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Auswirkungen der Wiesennutzung auf Insektengemeinschaften

Die Abbildung zeigt den Gemeinen Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) auf der Ähre eines Grases. Die Heuschreckenart ist auf der Rückenseite grün gefärbt, auf der Bauchseite gelb. Die Sprungbeine sind hellbraun mit dunkelbraunen Gelenken.

Der Gemeine Grashüpfer (Pseudochorthippus parallelus) kam in 97 % der im Günztal (Südwestbayern) untersuchten Heuwiesen vor. (Foto: Thomas Fartmann)

Aus Ausgabe 6-2026 (erscheint im Juni 2026) 

Auswirkungen der Wiesennutzung auf Insektengemeinschaften im artenreichen, aber fragmentierten Frischgrünland

von Cinja Schwarz, Florian Fumy, Marco Drung und Thomas Fartmann

In Europa war extensiv genutztes Grünland lange Zeit ein prägender Bestandteil der Kulturlandschaft, mit enormer Bedeutung für die Biodiversität. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die landwirtschaftliche Nutzung des Grünlandes jedoch stark intensiviert und die Fläche an artenreichen Beständen verringerte sich dramatisch. Mittlerweile kommt artenreiches Grünland meist nur noch stark fragmentiert in unserer Landschaft vor und die Habitatqualität der noch bestehenden Flächen verschlechtert sich zunehmend. Im vorliegenden Aufsatz werden die Kernergebnisse von zwei Studien vorgestellt, bei denen die Auswirkungen der Wiesennutzung auf Insektengemeinschaften im vergleichsweise artenreichen, aber fragmentierten Frischgrünland (Arrhenatherion elatioris) im Günztal (Südwestbayern) untersucht wurden. Die erste Arbeit beschäftigte sich mit den Heuschrecken- und Tagfalterzönosen von 39 Heuwiesen. Sowohl auf der Habitat- als auch auf Landschaftsebene war die Landnutzungsintensität der entscheidende Faktor, der die Insektenartenvielfalt in den fragmentierten Heuwiesen bestimmte. Die zweite Studie befasste sich mit den direkten und indirekten Auswirkungen der Heuernte auf Heuschreckengemeinschaften in 6 Frischwiesen. Weder beim ersten (Juni) noch beim zweiten Schnitt (August) bestanden Unterschiede in den Heuschreckendichten unmittelbar vor und nach der Mahd. Dies galt sowohl für das Scheibenmähwerk als auch für das Doppelmessermähwerk. Im Gegensatz dazu waren die indirekten Effekte sehr groß: Während die Heuschreckendichten in den gemähten Abschnitten in den Tagen nach der Mahd um 85 – 91 % abnahmen, stiegen sie in den ungemähten Insektenschutzstreifen um 247 – 328 % an. Auf Grundlage unserer Forschungen empfehlen wir, den Anteil von extensiv genutztem Grünland auf der Landschaftsebene zu erhöhen. Um die Habitatqualität der Wiesen für Insekten zu verbessern, sind räumlich rotierende Insektenschutzstreifen als Refugien von größter Bedeutung.

DOI: 10.19217/NuL2026-06-01

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