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Mit moderner Mähtechnik Insekten im Grünland schützen


Quelle/Bild: @Böttinger

Mit moderner Mähtechnik Insekten im Grünland schützen


Studien belegen, dass durch heute übliche Verfahren zur Mahd landwirtschaftlich genutzten Grünlands ein Großteil der dort lebenden Insekten getötet wird. Eine insektenfreundlichere Mahd könnte daher bundesweit Insektenleben retten. Das Projekt „InsectMow“ der Universitäten Hohenheim und Tübingen entwickelt deshalb schonende Mähtechniken, mit denen die hohe Insektensterblichkeit deutlich verringert werden kann. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium (BMUV) fördern das Vorhaben seit November 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt (BPBV) mit rund 648.000 €. Das BPBV trägt zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bei.
Bis zu fünf Mahdtermine pro Jahr über viele Jahre hinweg sorgen für einen massiven Rückgang von Insekten auf landwirtschaftlich genutztem Grünland. Im Projekt „InsectMow“ sollen Scheibenmähwerke so modifiziert werden, dass beim Mähen weniger Insekten getötet werden (siehe Abb., S. 472). Zusätzlich wird eine effektive, am Mähwerk anzubauende Insektenscheuche entwickelt, die Insekten zur Flucht vor dem Mähwerk veranlasst. Diese beiden Ansätze sollen die Insektensterblichkeit durch Mähen im Grünland deutlich verringern.
Das Projekt wird von Fachleuten der Agrartechnik und Tierökologie der Universitäten Hohenheim und Tübingen durchgeführt. Die Entwicklung erfolgt schrittweise: Die von den Agraringenieu-rinnen und -ingenieuren gemeinsam mit dem Mähwerkshersteller Claas Saulgau GmbH entwickelten Mähwerkmodifikationen werden von Tierökologinnen und -ökologen in Freilanduntersuchungen in Bezug auf ihre Effekte auf Insekten und Spinnen erprobt, anschließend weiterentwickelt und erneut im Freiland getestet. Mit der DLG-Prüfstelle Groß-Umstadt werden ein standardisiertes Testverfahren für insektenfreundliche Mähtechnik und ein entsprechendes Label für die Anwendung in der Praxis erarbeitet, damit die Neuentwicklung Eingang in den Markt findet.
Das am Projekt beteiligte Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim ist weltweit führend in der Entwicklung innovativer Techniken im Agrarbereich. Die beteiligten Tierökologinnen und -ökologen der Universitäten Hohenheim und Tübingen befassen sich seit vielen Jahren mit den Ursachen und Folgen des Insektensterbens. Weitere Informationen zum Projekt sind abrufbar unter bit.ly/insectmow.
Quelle: Bundesumweltministerium (BMUV), Bundesamt für Naturschutz (BfN)