Über den Wolf (Canis lupus) wird in Deutschland oft politisch und gesellschaftlich diskutiert. (Foto: NABU/Jürgen Borris)
Eine Mediendiskursanalyse zum Wolf in Brandenburg
von Luise Wirth, Vera Schreiner und Janina Kleemann
Der Wolf (Canis lupus) ist in Deutschland ein gesellschaftlich brisantes Thema. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der medialen Berichterstattung zu Wölfen in Brandenburg. Es wurde den Fragestellungen nachgegangen, wie sich die Narrative rund um den Wolf in Brandenburg in Zeitungsartikeln gestalten und welche Muster sich in der politischen Einstellung, der Position und dem Einfluss der am häufigsten zitierten Akteure erkennen lassen. Darüber hinaus wurde untersucht, welche relevanten Perspektiven in den Zeitungsberichten über den Wolf am häufigsten oder weniger häufig benannt werden. Hierzu wurden 500 Zeitungsartikel analysiert, die von den Zeitungen „B.Z.“, „Berliner Zeitung“, „taz“, „Die WELT“, „Tagesspiegel“ und „Lausitzer Rundschau“ im Zeitraum von 2021 bis 2024 zu Wölfen in Brandenburg publiziert wurden. Durch eine quantitativ-qualitativ kombinierte Medienanalyse konnten die Themen „Weidetierrisse“, „Abschussforderungen“ und die „Entwicklung der Wolfspopulation“ als vorherrschende Narrative identifiziert werden. Während die meisten Artikel (69 %) neutral ausgerichtet waren, konzentrierten sich einige Artikel (27 %) auf Perspektiven und Akteursgruppen, die eher als „contra Wolf“ eingestuft wurden. Wenige Artikel (4 %) berichteten positiv über den Wolf. Diese Erkenntnisse wurden in den Kontext machtkritischer Theorien zur Wirksamkeit von Medien gesetzt. Damit konnte aufgezeigt werden, dass in den untersuchten Zeitungsartikeln, die nicht neutral ausgerichtet sind, verstärkt mit einer negativen Tendenz über den Wolf berichtet wird. Im Wolfsmanagement sollten daher Kommunikationsaspekte stärker beachtet werden.
DOI: 10.19217/NuL2026-11-03
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