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Entwicklung der staatlichen Wälder in der rezenten rheinland-pfälzischen Rheinaue

Luftbild des FFH-Gebiets auf der Kollerinsel bei Otterstadt/Speyer entlang des Rheins. Es sind eine große Waldfläche sowie größere Still- und Fließgewässerflächen zu sehen. Durch die Bildmitte verläuft der begradigte Rhein, links und rechts davon liegen mäanderförmige Altarme, die teilweise noch an den Fluss angeschlossen sind. An den Rändern des Luftbildausschnitts befinden sich Landwirtschafts- und Siedlungsflächen.

Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet auf der Kollerinsel bei Otterstadt/Speyer entlang des Rheins mit Still- und Fließgewässern von nationaler und internationaler Bedeutung bspw. als Rastplätze oder Überwinterungsgebiet für viele Wasservögel. Der begradigte Verlauf des Rheins zerschneidet die Auwälder; die Altarme sind teilweise noch an den Flusslauf angeschlossen (Quelle: Rheinland-Pfalz, ­Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd, verändert).

Aus Ausgabe 8-2026

Entwicklung der staatlichen Wälder in der rezenten rheinland-pfälzischen Rheinaue von intensiv genutzten Forsten zu Naturschutzgebieten

von Dieter Kurzmeier

Nach der Rheinbegradigung nach Plänen des Badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla im 19. Jahrhundert wurden die rheinland-pfälzischen Auwälder nur noch selten überschwemmt, sodass sich die Vegetation deutlich veränderte. Die Waldböden, die Jahrhunderte lang mit angeschwemmten Sedimenten angereichert wurden, waren sehr fruchtbar und die darauf stockenden wuchskräftigen Wälder wurden intensiv genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die weitgehend noch natürlichen Waldbestände teilweise massiv umgewandelt in Holzplantagen mit Baumarten, die die bisherigen naturschutzfachlich wertvollen Bestände veränderten. Obwohl die rezenten Auwälder am Rhein bereits 2004 zu Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebieten erklärt worden waren und ebenso lange Vogelschutzgebiete sind, hat die örtliche Forstverwaltung diese Schutzgebietsvorgaben zunächst kaum beachtet, sondern weiter sehr intensiv Forstwirtschaft betrieben. Auf Initiative des Bund für Umwelt und Naturschutz e. V. (BUND) Rheinland-Pfalz und in Zusammenarbeit mit der amtlichen Naturschutzverwaltung wurden 2015 alle staatlichen Auwaldflächen in der rezenten Aue durch das rheinland-pfälzischen Umweltministerium in Mainz für Naturwaldentwicklung vorgesehen und anschließend als Naturschutzgebiete ausgewiesen.

DOI: 10.19217/NuL2026-08-04

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Lesen Sie von „Natur und Landschaft“ – im Rahmen von Green Open Access zum Teil kostenfrei – auch die Beiträge 

  • Wiederbewaldung und Waldentwicklung nach Bränden – Strategien für resiliente Waldökosysteme von Ibisch, Rönnefarth in der Schwerpunktausgabe 7-2026 Waldbrände in Deutschland,
  • Natürliche Waldentwicklung in Deutschland: auf dem Weg zum 5 %-Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt von Steinacker et al. (kostenfrei) in Ausgabe 12-2023 und
  • Forstlich ungenutzte Wälder in Deutschland von Höltermann et al. in der Ausgabe 2-2020.

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