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Europarechtliche Vorgaben für den Windenergieausbau an Land

Die Abbildung zeigt in Form eines schematischen Fließdiagramms die im Genehmigungsverfahren erforderlichen Schritte für Vorhabenträger, Zulassungsbehörden und die Öffentlichkeit. Abgebildet sind die einzelnen Schritte des Verfahrens von der Antragskonferenz über das Überprüfungsverfahren und die Ableitung von Maßnahmen unter Berücksichtigung der Zumutbarkeitsregelungen bis hin zur Anordnung der Maßnahmen bzw. Zahlungen.

Abläufe im Genehmigungsverfahren für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen unter Berücksichtigung der Regelungen nach § 6b Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) (verändert nach Wulfert et al. 2025).

Aus der Schwerpunktausgabe 9/10-2026 „Naturschutz und erneuerbare Energien an Land“  

Zwischen Artenschutz und Windenergieausbau an Land – Auswirkungen europarechtlicher Vorgaben auf die Planungs- und Genehmigungspraxis

von Katrin Wulfert

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eine zentrale politische Aufgabe, steht jedoch im Spannungsfeld mit dem Schutz wildlebender Arten und ihrer Lebensräume. In den letzten Jahren wurden zahlreiche gesetzliche Neuregelungen eingeführt, darunter die Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG), die EU-Notfallverordnung und die Novelle der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Renewable Energy Directive III – RED III), deren Umsetzung in nationales Recht 2025 erfolgte. Ziel dieser Regelungen ist die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen durch Verlagerung naturschutzrechtlicher Prüfungen von der Genehmigungs- auf die Planungsebene. Die Chancen liegen in einer vorsorglichen Berücksichtigung von Umweltbelangen, der Ausweisung konfliktarmer Beschleunigungsgebiete und der Standardisierung von Verfahren. Herausforderungen ergeben sich jedoch aus unbestimmten Rechtsbegriffen, heterogenen und oft unvollständigen Datengrundlagen sowie der Notwendigkeit, Minderungsmaßnahmen bereits auf Planungsebene festzulegen. Zudem bleibt unklar, wie mit Gebieten umzugehen ist, in denen erhebliche Umweltauswirkungen nicht vermeidbar sind. Auf Genehmigungsebene entfallen zwar umfangreiche Prüfungen, doch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Anforderungen an „vorhandene Daten“ und der Durchführung des Überprüfungsverfahrens. Die Praxis muss sich auf neue Herangehensweisen einstellen. Um diesen Prozess zu unterstützen, wäre es wünschenswert, fehlende finanzielle und personelle Kapazitäten bereitzustellen, Fortbildungen durchzuführen und weitere Leitfäden oder Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

DOI: 10.19217/NuL2026-09-04

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Lesen Sie von „Natur und Landschaft“ – im Rahmen von Green Open Access zum Teil kostenfrei – auch die Beiträge 

  • Naturschutzaspekte beim Repowering von Windenergieanlagen − Analyse rechtlicher Fragen und eine Entscheidungshilfe von Blew et al. (kostenfrei) in Ausgabe 5-2025
  • Hinweise und Empfehlungen zu Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen bei der Verlegung von Höchstspannungs-Erdkabeltrassen von Runge et al. (kostenfrei) in Ausgabe 12-2021 und
  • Experimentelle Untersuchung des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Kleinwindenergieanlagen von Hartmann et al. in Ausgabe 7-2021.

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