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Stickstoffdeposition aus der Landwirtschaft und Vitalität der Rotbuche

Die Abbildung zeigt drei nebeneinander angeordnete Deutschlandkarten, in denen die untersuchten 54 Waldgebiete als schwarze Punkte eingetragen sind. Die Karten enthalten jeweils eine zusätzliche Information, die in verschiedenen Farben in der gesamten Fläche Deutschlands dargestellt ist: Die linke Karte zeigt die atmosphärische Stickstoffdeposition, deren Skala von 10 Kilogramm bis weit über 30 Kilogramm pro Hektar und Jahr reicht. Die mittlere Karte zeigt den mittleren Jahresniederschlag, dessen Skala von unter 1.000 bis 3.000 Millimeter pro Jahr reicht. Die rechte Karte zeigt die Jahresmitteltemperatur, deren Skala von unter 4 bis über 10 Grad Celsius reicht.

Die untersuchten Waldgebiete (schwarze Punkte) mit 54 Untersuchungsflächen in Deutschland mit unterschiedlichen Kombinationen von a) atmosphärischer Stickstoffdeposition, b) mittlerem Jahresniederschlag und c) Jahresmitteltemperatur. (Grafik: Hauck et al. 2026)

• Aus Ausgabe 5-2026 (erscheint im Mai 2026) •

Eutrophierung kontra Waldvitalität: Hohe Stickstoffdeposition aus der Landwirtschaft schadet der Rotbuche

von Markus Hauck und Viktoria Dietrich

Viele Baumarten reagieren empfindlich gegenüber Dürre und Hitze, wie sie vermehrt durch den Klimawandel auftreten. Die künftige Eignung von Baumarten für die Forstwirtschaft erfährt daher hohe Aufmerksamkeit. Die Diskussion fokussiert sich dabei stark auf die Dürretoleranz von Bäumen und etwaige biotische Einwirkungen durch herbivore Insekten und Pathogene. Neben dem Klimawandel wirken jedoch auch anthropogene Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft, der Verbrennung fossiler Energieträger und aus Vegetationsbränden global auf Waldökosysteme ein. Interaktionen von Effekten des Klimawandels und anthropogener Stickstoffdeposition auf die Vitalität und Produktivität von Bäumen sind bisher wenig untersucht. Wir haben in einem deutschlandweiten Netzwerk von Waldbeständen mit unterschiedlichen Kombinationen von atmosphärischer Stickstoffdeposition, mittlerem Jahresniederschlag und Jahresmitteltemperatur Biomasse, Zuwachs, Feinwurzelmorphologie und Wassernutzungseffizienz bei Jungwuchs der Rotbuche (Fagus sylvatica) im Vergleich zu Traubeneiche (Quercus petraea), Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und Weißtanne (Abies alba) untersucht. Dabei wurde für die Rotbuche bei hoher atmosphärischer Stickstoffdeposition u. a. ein für den Wasserhaushalt ungünstiges, d. h. niedriges Wurzel/Spross-Verhältnis gefunden. Ferner war bei hoher Stickstoffdeposition der Sprosslängenzuwachs verringert und die Spaltöffnungen der Blätter blieben bei Trockenheit länger geöffnet, was bei starken Dürren zu kritischen Wasserverlusten führen kann. Die regionale Variabilität der Stickstoffdeposition beruhte v. a. auf Ammonium, das in erster Linie aus der Landwirtschaft stammt. In durch Massentierhaltung geprägten Gebieten (insbesondere westliches Niedersachsen) sind Vitalität und Zuwachs des Buchenjungwuchses durch die Stickstoffbelastung deutlich beeinträchtigt. Dies ist relevant für die Klimawandeladaptation der Forstwirtschaft und den Schutz von Buchenwaldökosystemen.

DOI: 10.19217/NuL2026-05-01

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