Die Vegetationszonen der Erde mit den sie prägenden Störungsregimen (aus Jentsch, von Hessberg 2019, verändert). Feuer sind bisher v. a. in Savannen, mediterranen Ökosystemen und borealen Wäldern von Bedeutung.
Störungsinteraktionen als Katalysatoren für ein erhöhtes Waldbrandrisiko
von Jonathan Ehrmann, Carl Beierkuhnlein und Anke Jentsch
Im Zuge des globalen Klimawandels verändern sich nicht nur Feuerregime weltweit. In den temperaten Wäldern Mitteleuropas, die historisch kaum von stärkeren Bränden geprägt waren, steigt dabei das Waldbrandrisiko an. Gleichzeitig verändern sich auch andere Störungsregime in ihrer Frequenz und Intensität. Dadurch werden Interaktionen wahrscheinlicher. Die vorliegende Arbeit beleuchtet, wie vorausgehende Störungen (etwa durch Dürre, Sturm, Insektenkalamitäten oder pflanzliche Pathogene) die Wahrscheinlichkeit, Intensität und Ausbreitung nachfolgender Brandereignisse durch Kaskadeneffekte und Störungsinteraktionen beeinflussen. Dabei zeigen einige Studien, dass v. a. Dürren das Risiko für Waldbrände erhöhen können. Die Auswirkungen von Insektenkalamitäten und Pathogenen auf das Waldbrandgeschehen sind dagegen komplexer. Hier spielt v. a. das Wann und Wie der Vorläuferstörung eine Rolle bei der Einschätzung, ob die Auswirkungen eher feuerregimefördernd
oder -hindernd sind. Diese Effekte unterscheiden sich v. a. auch zwischen naturnahen Laubmischwäldern und stark anthropogen geprägten Nadelforsten. Gerade deshalb zeigen sich einige Forschungslücken in den temperaten Wäldern Europas, die es zu schließen gilt. Das ist nicht nur für das Waldbrandmanagement und damit die Sicherheit der Bevölkerung von hoher Bedeutung, auch die Wiederherstellung und der Schutz naturnaher Waldlebensräume profitieren davon langfristig.
DOI: 10.19217/NuL2026-07-03
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