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Verknüpfung von Naturschutz und sozialer Integration

Das Foto zeigt eine große Gruppe von Menschen mit verschiedenen ethnischen Hintergründen, die vor einer bergigen Landschaft posieren.

Integrativer Wandertag – eine Aktion des Deutschen Alpenvereins und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). (Foto: Inka Steuber)

• AUS AUSGABE 7-2025

Nature-based Integration – Potenziale und Herausforderungen der Verknüpfung von Naturschutz und sozialer Integration

von Irina Kozban und Lena-Katharina Peter

Migrationsprozesse haben die deutsche Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jahren stark geprägt und werden in Zukunft auch weiter von Bedeutung bleiben. In Anbetracht dieser Entwicklungen kann die Idee der Nature-based Integration (NbI; dt. naturbasierte Integration) durch die Verknüpfung von Integrations- und Naturschutzarbeit ein großes Potenzial für den Naturschutz und die Gesellschaft erschließen. Entsprechende Projekte und Initiativen finden sich bislang v. a. in Nordeuropa und zielen darauf ab, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund mithilfe der Natur – als natürlicher Umgebung oder durch naturbezogene Aktivitäten – zu fördern. Um die naturschutzfachliche Auseinandersetzung mit der Idee der NbI in Deutschland voranzubringen, stellt der Beitrag die NbI-Kernaspekte vor und diskutiert deren Potenziale und Herausforderungen anhand theoretischer und praktischer Ansätze in Europa sowie im Licht des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses. Dabei zeigt sich, dass die Umsetzung von NbI-Maßnahmen positive Auswirkungen auf das individuelle Wohlbefinden der Menschen mit Migrationshintergrund, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Förderung naturschützender Verhaltensweisen haben kann. Gleichzeitig ergeben sich aus der Analyse relevanter Studien und Projekte einige Herausforderungen mit Blick auf die Gewinnung der Zielgruppe, den Mangel an überregionalen empirischen Erkenntnissen sowie die Verbesserung politischer Rahmenbedingungen und interkultureller Kompetenzen im Naturschutz. Um die Idee der NbI in Deutschland besser verstehen und nutzen zu können, braucht es in Zukunft v. a. übergreifende wissenschaftliche und politische Konzepte und Förderangebote, die bereits vorhandene Projekte stärken, miteinander vernetzen und eine bundesweite Umsetzung erleichtern.

DOI: 10.19217/NuL2025-07-03

 

Lesen Sie von „Natur und Landschaft“ – im Rahmen von Green Open Access zum Teil kostenfrei – auch die Beiträge 

  • „Offen für Vielfalt − Wie kann die interkulturelle Öffnung von Naturschutz- und Umweltbildung gelingen? von Vögele, Dieckmann in Ausgabe 12-2023 (kostenfrei),
  • „Natur als Kompensationsort für alltägliche soziale Ausgrenzungen – Potenziale für die Arbeit mit sozialökonomisch benachteiligten Menschen“ von Frohn, Ziemek in Ausgabe 3-2022 (kostenfrei) und
  • Die sozial- und integrationspolitische Dimension des Naturschutzes von Wichert et al. in der Schwerpunktausgabe 4-2017 „Naturschutz und soziale Fragen“.
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