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Vermeintliche und tatsächliche blinde Flecken der Naturschutzkommunikation

Zeichnung eines Fischs im Wasser, vor dessen Maul ein Haken mit einem Wurm baumelt.

Aus der Sicht des Fischs ist der Wurm nur die Tarnung für den Haken. (Quelle: Pixabay/vanfuller55)

• Aus AUSGABE 11-2025

Grüne Reihe: Position

Sagen, was man meint, und meinen, was man sagt. Über vermeintliche und tatsächliche blinde Flecken der Naturschutzkommunikation 

von Uta Eser

Mit dem Slogan „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ werben Marketingfachleute für eine Kommunikation, die sich an den Vorlieben des Gegenübers orientiert. Als Replik auf einen Artikel mit einem daran angelehnten Titel, der in der Ausgabe 2/3-2025 in „Natur und Landschaft“ erschienen ist, begründet der vorliegende Beitrag aus umweltethischer Perspektive, warum diese Metapher für die Naturschutzkommunikation kein geeignetes Leitbild ist. Zum einen ist die Interaktion zwischen Fischen und Angelnden keine unter Gleichen. Sie nimmt die Verletzung vitaler Interessen des Gegenübers in Kauf. Zum anderen gelingt Verständigung nur, wenn alle sagen, was sie meinen, und meinen, was sie sagen. Ein Verschweigen unbequemer Tatsachen aus strategischen Gründen ist der Verständigung nicht förderlich. Als blinder Fleck der Naturschutzkommunikation wird die Differenz zwischen langfristigem Gemeinwohl und kurzfristigen Partialinteressen ausgewiesen. Angesichts dieser Differenz ist es erforderlich, sich über die Legitimität der Beschränkung von Eigeninteressen zugunsten der Allgemeinheit und zukünftiger Generationen zu verständigen. Statt die Eigeninteressen des Gegenübers fraglos hinzunehmen, müssen wir in einen Diskurs über die Berechtigung von Ansprüchen und die Akzeptabilität von Zumutungen eintreten. 

DOI: 10.19217/NuL2025-11-04

 

Lesen Sie von „Natur und Landschaft“ – im Rahmen von Green Open Access zum Teil kostenfrei – auch die Beiträge 

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