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Wiederbewaldung und Waldentwicklung nach Bränden

Die Abbildung zeigt Aufnahmen einer Wärmebildkamera von einer Fläche, die vor sieben Jahren gebrannt hat. a) Im Vordergrund ist eine große beinah gelbe Fläche zu sehen, die an den Rändern orange abdunkelt und schließlich violett ausläuft. Im Mittelgrund ist die Silhouette eines Baumes in violetter und dunkelblauer Farbe zu erkennen. Vom Mittel- zum Hintergrund verläuft die Farbgebung von violett zu dunkelblau am Rand, durchsetzt von einzelnen gelb-orangen Inseln. Am rechten Rand ist eine Farbleiste zu sehen, unten beginnend mit dunkelviolett, nach oben hin zu hell-gelb. Auf dem Bild sind an verschiedenen Punkten Temperaturangaben zu erkennen. b) Im Mittelgrund des Bildes ist ein großer schräg nach rechts oben verlaufender dunkelblau-violetter Bereich zu erkennen. Der Bildhintergrund besteht aus violetten und gelb-orangen Farbflächen, die teilweise ineinander überlaufen. Am rechten Bildrand ist die unter 4 a) beschriebene Farbleiste zu sehen. Auch in dieser Teilabbildung befinden sich an verschiedenen Punkten Gradangaben.

Thermobilder (Aufnahme mit Wärmebildkamera Tc001 Plus der Firma TOPDON, Darstellung mit TopInfrared, 12.8.2025) einer Brandfläche bei Treuenbrietzen in Südwestbrandenburg (nach Waldbrand 2018, Kahlschlag, Pflügen, gescheiterter Pflanzung, mit spontaner Sukzession) an einem heißen Tag bei ca. 30 °C Lufttemperatur. a) 12:49 Uhr: lückiger Bestand von Zitterpappeln (Populus tremula) mit Bodentemperaturen auf nach wie vor vegetationsfreien Flächen bis über 70 °C; im Schatten bis unter 30 °C. b) 12:27 Uhr: unter einem gerade umgewendeten, sich zersetzenden und deutlich feuchten Stück Totholz wurden Temperaturen unter und um 20 °C gemessen, auf exponiertem Boden in direkter Nähe um 60 °C. (Fotos: Pierre L. Ibisch)

Aus der Schwerpunktausgabe 7-2026 „Waldbrände in Deutschland“ (erscheint im Juli 2026)

Wiederbewaldung und Waldentwicklung nach Bränden – Strategien für resiliente Waldökosysteme

von Pierre L. Ibisch und Susanne Rönnefarth

Ausgedehnte Waldbrände sowie längere Hitze- und Trockenphasen stellen die Wiederbewaldung v. a. in den Kiefernlandschaften Nordostdeutschlands vor grundsätzliche Herausforderungen. Der Beitrag diskutiert gängige Strategien – von Räumung, Bodenbearbeitung und Pflanzungen bis zur ungelenkten Sukzession – und plädiert dafür, die Gegenüberstellung „aktiv vs. passiv“ durch eine ökosystembasierte, funktionsorientierte Perspektive zu ersetzen. Ziel ist eine pyrophobe Vegetationsentwicklung, die die Brennbarkeit absenkt, Beschattung und Verdunstungskühlung früh gewährleistet und den Wasserhaushalt stützt. Auf Basis von Befunden des Projekts PYROPHOB wird gezeigt, dass intensive Eingriffe (z. B. vollständige Totholzräumung und Pflügen) ungünstigere mikroklimatische Verhältnisse (u. a. höhere Temperaturen und Dampfdruckdefizite) sowie geringere Biomasse der Kraut-/Moosschicht und geringeren Artenreichtum verursachen, während das Belassen von Totholz, geringe Bodenstörung und frühe Laub-/Pionierbaumbeteiligung (u. a. Populus tremula – Zitterpappel) die Regeneration fördern. Die zeitliche Dynamik der Totholzphase (Umstürzen der Bäume, Zersetzung, Feuchteakkumulation, bodennahe Kühlung) wirkt dabei positiv auf Mikroklima und Bodenbildung. Landschafts- und Standortbedingungen können Managementeffekte überlagern und in kritischen Phasen bleiben Brandprävention und eine proaktive Einsatzplanung zentral. Insgesamt wird ein evidenzbasiertes, adaptiv lernendes Vorgehen empfohlen, das Produktionsziele mit der Förderung von Klima- und Störungsresilienz verbindet, anstatt die rasche Rückkehr zu vormals produktiven, aber risikobehafteten Monokulturen anzustreben.

DOI: 10.19217/NuL2026-07-02

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