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NuL-Schwerpunktheft „Buchenwälder“: jetzt kostenfrei Fachbeiträge als PDF herunterladen

Quelle/Bild: Verlag W. Kohlhammer

Schon im 19. Jahrhundert erkannte August Niemann, dass „unsrer Heimat in ihren Eichen und Buchen ihre schönste Naturgabe erhalten werden“ soll – wie er im Fachbeitrag "August Niemann (1761 – 1832) – ein Pionier des Natur- und Landschaftsschutzes in Schleswig-Holstein" der im März 2016 erscheindenden Ausgabe der Natur und Landschaft zitiert wird [1]. Wie Recht er damit hatte, zeigt sich schon allein bei Betrachtung der Biodiversität in Buchenwäldern: Es tummelt sich hier "eine erstaunliche, spezifische Vielfalt von Pflanzen, Wirbeltieren, Insekten, Mollusken, Pilzen" und Kleinbiotopen [2].

In Deutschland sind Buchenwälder im Verlauf weniger Jahrtausende auf etwa 7 % ihres ursprünglich angenommenen, natürlichen Verbreitungsareals geschrumpft [3]. Trotz alledem verfügt Deutschland über ein Viertel des europäischen natürlichen Buchenareals – und trägt damit eine besondere Verantwortung für die Bewahrung der Buchenwälder [4]

Grund genug für die Veröffentlichung eines Schwerpunkthefts der Natur und Landschaft über Buchenwälder im Jahr 2007. Das Heft erfreute sich großer Nachfrage und war bald ausverkauft.

Seit 2007 hat sich im Schutz der Buchenwälder Erfreuliches getan:
Die UNESCO hat 2011 die „Alten Buchenwälder Deutschlands“ in die Welterbeliste aufgenommen. Diese umfassen Waldflächen in den fünf deutschen Schutzgebieten Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern), Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern), Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg), Nationalpark Hainich (Thüringen) und Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen) [5].
Auch wurden im Zuge des Forschungsprojekts „European Heritage Beech Forests“ 46 weitere Flächen identifiziert, die im Jahr 2016 als Erweiterung nominiert werden sollen [6].

Der Schutz der Buchenwälder bleibt natürlich nach wie vor ein wichtiges Ziel im Naturschutz. So hat das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg 2015 einen Leitfaden für Waldeigentümer und Forstpraktiker, aber auch für alle mit Waldaspekten befassten Behörden, veröffentlicht. Dieser soll als Arbeitshilfe und Unterstützung bei der wirtschaftlichen Tätigkeit in reifen Buchenwäldern dienen [7]. Weitere Informationen zum Buch und zur Bestellung finden Sie hier.

Die Fachbeiträge aus unserem Schwerpunktheft finden Sie als besonderes Angebot unten stehend zum kostenfreien Download. Sie sind – damals wie heute – als Aufforderung zur Diskussion über die Rolle von Buchenwäldern als europäische Facette globaler Biodiversität und die besondere Verantwortung Deutschlands für dieses europäische Naturerbe zu verstehen [4].

Fachbeiträge aus dem Schwerpunktheft „Buchenwälder“; Ausgabe 9/10-2007 der Natur und Landschaft:


Quellen:

[1] Mölder, A. (2016): August Niemann (1761 – 1832) – ein Pionier des Natur- und Landschaftsschutzes in Schleswig-Holstein. Natur und Landschaft 91 (3): 126 – 131.
[2] Assman, T.; Drees, C.; Schröder, E. u. Ssymank, A. (2007): Mythos Artenarmut – Biodiversität von Buchenwäldern. Natur und Landschaft 82 (9/10): 401 – 406.
[3] Scherfose, V.; Hoffmann, A.; Jeschke, L.; Panek, N.; Riecken, U. u. Ssymank, A. (2007): Gefährdung und Schutz von Buchenwäldern in Deutschland. Natur und Landschaft 82 (9/10): 416 – 422.
[4] Knapp, H. D. (2007): Buchenwälder. Editorial. Natur und Landschaft 82 (9/10): 385.
[5] Nationale Naturlandschaften (o. J.): UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwälder. http://www.weltnaturerbe-buchenwaelder.de/. Aufgerufen am 27.1.2016.
[6] Bundesamt für Naturschutz (2015): Projektsteckbrief UNESCO Weltnaturerbe Buchenwälder. http://www.bfn.de/22321.html. Letzte Änderung: 13.02.2015. Aufgerufen am 27.1.2016.
[7] Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg (2016): Neuerscheinung: Praxishandbuch – Naturschutz im Buchenwald. Pressemitteilung vom 12.1.2016. http://www.mlul.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.428589.de. Aufgerufen am 27.1.2016