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2018: Erstmaliger Nachweis von Kegelrobbengeburten in Mecklenburg-Vorpommern

Quelle/Bild: © Foto: Stella Klasan, Verein Jordsand.

Aus Ausgabe 8-2019

Henning von Nordheim, Linda Westphal und Michael Dähne

Im März 2018 wurde erstmalig die Geburt einer Kegelrobbe (Halichoerus grypus) an der deutschen Ostseeküste auf Rügen nachgewiesen. Auswertungen historischer Meldungen bis in das 19. Jahrhundert hatten bislang lediglich Hinweise auf Jungtiere ergeben. Nach massiver ostseeweiter Bejagung und Ausrottung der Kegelrobben in deutschen Ostseegewässern um 1920 sind in der deutschen Ostsee um Rügen seit 2005 wieder zunehmend und regelmäßig Kegelrobben präsent – im Jahresdurchschnitt zurzeit ca. 50 Tiere im und vor dem Greifswalder Bodden. Durch Naturschutzmaßnahmen gilt es nun sicherzustellen, dass sich der FFH-Erhaltungszustand der Art in Mecklenburg-Vorpommern weiter verbessert und vor allem in Schutzgebieten geeignete, ungestörte Strandabschnitte zur Paarung, Geburt und Aufzucht sowie zum Fellwechsel und Ruhen vorhanden sind. Kegelrobbenschutz und Berücksichtigung von Fischereiinteressen müssen durch Erstellung und Anwendung eines landesweiten Konflikt-Managementplans und in den spezifischen (FFH-)Schutzgebietsmanagementplänen sichergestellt werden. Hierin sollten auch der Einsatz beifangarmer Fischereigeräte sowie eine geeignete Kompensation für durch Robben verursachte Fang- und Geräteschäden geregelt werden.

Kegelrobben – Geburtsnachweis – Wiederbesiedlung – historische Nachweise – Managementplan – beifangarme Fischerei

DOI: 10.17433/8.2019.50153721.339-345

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01.08.2019