De-Eutrophierung von Wäldern in Mitteleuropa

Quelle/Bild: Ewald u. Pyttel 2016

Aus Heft 5-2016

Leitbilder, Möglichkeiten und Grenzen der De-Eutrophierung von Wäldern in Mitteleuropa

Von Jörg Ewald und Patrick Pyttel

Die Verschneidung von Waldartenlisten, Ellenberg-Zeigerwerten und Roten Listen von Gefäßpflanzen zeigt, dass Stickstoff-(N)-Eutrophierung eine der wichtigsten Gefährdungsursachen für Waldarten und Waldlebensräume in Mitteleuropa ist. Orientiert an den charakteristischen Niveaus der N-Versorgung im Zuge der nacheiszeitlichen Vegetationsentwicklung werden funktionsorientierter Waldbau (industrielle), Arten- und Biotopschutz (präindustrielle), Prozessschutz (prähistorische) und Standortdynamik (postglaziale Referenzperiode) als sich ergänzende Leitbilder für das naturschutzfachliche Management nährstoffarmer Waldstandorte und ihrer Lebensgemeinschaften diskutiert. Prozessschutz, ökologischer Waldumbau, verstärkte Holznutzung, historische Waldnutzungsformen (Waldweide, Streunutzung) und Primärsukzessionen werden im Hinblick auf ihre Wirksamkeit gegen Eutrophierung und ihre Machbarkeit bewertet. Angesichts anhaltend hoher N-Einträge aus Landwirtschaft und Verbrennungsprozessen ist neben Maßnahmen zur Verringerung der Einträge sowie zur Erhöhung des Aufnahme- und Speichervermögens für die Erhaltung bestimmter Waldarten und -lebensräume  auf bemessenen Flächen eine N-Abreicherung durch Eingriffe in Biomasse, Böden und Nährstoffkreisläufe erforderlich, wie sie in der Pflege und Renaturierung von magerem Grünland bereits üblich ist.

 

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