Natur und Landschaft

Aktuelles

Aktuelle Erkenntnisse zum Status der Salamanderpest in Deutschland

Quelle/Bild: Foto: Tobias Rautenberg

Aus Ausgabe 11-2019

Norman Wagner, Vanessa Schulz, Sebastian Steinfartz, Timm Reinhardt, Miguel Vences, Stefan Lötters, Lutz Dalbeck, Heidrun Düssel-Siebert, Maike Guschal, Kai Kirst, Dagmar Ohlhoff, Josef Wegge und Michael Veith

Amphibien – die global am stärksten zurückgehende Wirbeltierklasse – sind besonders durch pathogene Chytridpilze bedroht. Der vermutlich aus Asien stammende Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) breitet sich seit seiner Entdeckung in Mitteleuropa aus. Er verursacht letale Hauterkrankungen (Chytridiomykosen) und Bsal-bedingtes Massensterben beim Feuersalamander (Salamandra salamandra). Infizierte Feuersalamander sterben oft innerhalb weniger Wochen, weshalb man von der Salamanderpest spricht. In Deutschland hat Bsal in Nordrhein-Westfalen (Nordeifel und Ruhrgebiet) zu Bestandrückgängen beim Feuersalamander geführt. Eine Ausbreitung von Bsal in Rheinland-Pfalz (südliche Eifel) ist derzeit zu beobachten und ein Bsal-bedingtes Verschwinden von Salamanderpopulationen in dieser Region scheint wahrscheinlich. Einheimische Molche können an Bsal erkranken, überleben dies aber teilweise (abhängig von Art und Infektionsstärke). Sie können das Pathogen auf diese Weise als Träger auch außerhalb des Areals des Feuersalamanders ausbreiten. Die bisherigen Beobachtungen im Freiland deuten auf komplexe Infektionsverläufe und schwer vorhersagbare Populationseffekte hin.

Batrachochytrium salamandrivorans – Feuersalamander – Salamandra salamandra – Sich ausbreitende Infektionskrankheiten – Rückgang der Artenvielfalt – Amphibien

DOI: 10.17433/11.2019.50153747.463-471

♦ zum Beitrag ♦


 

♦ Dieser Beitrag von Natur und Landschaft könnte Sie auch interessieren:

 

 

Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦