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Der "Verein zum Schutze der Singvögel" im Großherzogtum Hessen (1843 – 1848) als innovativer Wegbereiter des Natur- und Artenschutzes

Aus Ausgabe 4-2019
 

Von Andreas Mölder

Der Vogelschutz hat in Deutschland eine lange Geschichte. Bereits im frühen 19. Jahrhundert bestanden in einigen Einzelstaaten Verordnungen zum Schutz solcher Vogelarten, die als natürliche Feinde von Schadinsekten erkannt worden waren. Zahlreiche einflussreiche Forstleute unterstützten diese Bestrebungen. Vor diesem Hintergrund ist die Arbeit des 1843 – 1848 bestehenden Vereins zum Schutze der Singvögel im Großherzogtum Hessen besonders bemerkenswert. Der Verein entstand aus einer engen Zusammenarbeit von Naturkundlern, Forstleuten, Gartenbauern und Juristen. Um die Belange des Vogelschutzes in allen Schichten der Gesellschaft dauerhaft zu verankern, wurde auf ein großes Netzwerk von Multiplikatoren gesetzt. Hier findet sich eine deutliche Parallele zur Vorgehensweise heutiger Naturschutzverbände. Bereits in den 1840er-Jahren wurde auch die ästhetische Bedeutung der Singvögel als Schutzgrund betont. Dieses gezielte Ansprechen positiver Emotionen ist eine weitere Parallele zum Campaigning heutiger Naturschutzverbände, aber auch zur Umweltbildung. Der Verein kann als der deutschlandweit erste Verband angesehen werden, der systematische Lobbyarbeit für den Vogelschutz betrieb.

DOI: 10.17433/4.2019.50153683.160-167

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29.03.2019