Natur und Landschaft

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Die Soziale Ökologie und ihr Beitrag zu einer Gestaltung des Naturschutzes

Aus Ausgabe 9/10-2020

Engelbert Schramm, Diana Hummel, Marion Mehring

Soziale Ökologie erforscht die wechselseitigen Beziehungen zwischen Menschen und ihrer (natürlichen) Umwelt. Entstehung und Selbstverständnis der Sozialen Ökologie in deren unterschiedlichen Entwicklungslinien werden skizziert; in Europa ist die Soziale Ökologie aus dem ökologischen Diskurs entstanden. Sie wird derzeit in Europa als akademisches Fach etabliert, ist aber keine eigenständige Disziplin. Vielmehr wird in einer problemorientierten fächerübergreifenden Forschung versucht, alternative Entwicklungsmöglichkeiten der Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur zu identifizieren. Dabei wird berücksichtigt, dass Veränderungen der Wechselbeziehungen zu Krisen führen können. Natur und Gesellschaft werden dabei nicht als Dualismus verstanden: Gesellschaft ist auf Natur angewiesen. Soweit Natur gesellschaftlich geprägt wird, kann sie nicht mehr ohne Gesellschaft verstanden werden. Während Naturwissenschaften natürliche Prozesse sowie Strukturen und Sozialwissenschaften soziale Prozesse und Strukturen erfassen, konzentriert sich die Soziale Ökologie auf hybride Forschungsgegenstände, die soziale und physische Anteile haben. Dies wird am Beispiel der sozial-ökologischen Systeme aufgezeigt, mit denen sich z. B. Ökosysteme, die in der Naturschutzpraxis eine Rolle spielen, und deren Management  untersuchen lassen. Unterstützt durch sozial-ökologische Ansätze lassen sich angemessenere Leitbilder und vor allem Konzepte zum Pflege- und Entwicklungsmanagement für den Naturschutz und die Landschaftspflege und auch zur Bearbeitung von Konflikten um Naturschutz und die biologische Vielfalt ermitteln.

Anthropozän – Gesellschaft – Ökosystemleistungen – Landschaftspflege – Naturschutzmanagement – Naturverhältnis – neuartige Ökosysteme – sozial-ökologisches System

DOI: 10.17433/9.2020.50153835.397-406

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1.9.2020