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DVL-Gemeinwohlprämie als Bestandteil der Agrarförderung aufgegriffen

Weichen für neuen Bezahlmodus in der Agrarförderung gestellt

Die Agrarminister des Bundes und der Länder haben auf Initiative Sachsens die „Gemeinwohlprämie“ als Bestandteil einer Grünen Architektur der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) grundsätzlich als eine Möglichkeit anerkannt. Damit wird erstmalig die Erbringung und Honorierung von Gemeinwohlleistungen mit der Erzielung landwirtschaftlicher Einkommen zusammengeführt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) ist nun beauftragt, das Honorierungsmodell des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) in seine Überlegungen zur Ausgestaltung der Öko-Regelungen innerhalb der 1. Säule der GAP einzubeziehen. Der DVL begrüßt diesen wegweisenden Beschluss. „Mit der Gemeinwohlprämie wechseln wir im Fördersystem die Blickrichtung. Jetzt steht die betriebliche Sichtweise der Landwirte endlich im Mittelpunkt. Sie können mit Gemeinwohlleistungen jetzt einen eigenen Betriebszweig aufbauen und damit Geld verdienen“, erklärt Josef Göppel, Vorsitzender des DVL.

Mit dem Punktemodell Gemeinwohlprämie gelingt es, Gemeinwohlleistungen landwirtschaftlicher Betriebe für den Schutz der Biodiversität, des Klimas und von Gewässern gerecht und einkommenswirksam zu entlohnen. Auf der Herbsttagung der Agrarminister wurde das Thünen-Institut als Ressortforschungseinrichtung des BMEL nun beauftragt, ergänzende Untersuchungen zu Wechselwirkungen mit bestehenden Agrarumweltprogrammen vorzunehmen. Auch sollen Folgeabschätzungen der Einführung der Gemeinwohlprämie im Rahmen der neuen Grünen GAP-Architektur vorgenommen werden.

„Endlich können wir auf Augenhöhe einen wirklichen Alternativvorschlag zu bestehenden Überlegungen einbringen“, unterstreicht Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL. „Die Gemeinwohlprämie gibt die passenden Impulse, um den überkommenen Ansatz der pauschalen Flächenprämien in den nächsten Jahren endlich abzulösen und den allseits geforderten Systemwechsel „öffentliches Geld nur für öffentliche Güter“ in der GAP-Förderung einzuleiten.“

Hintergrund

Das Bewertungs- und Honorierungssystem für gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft zum Schutz und zur Verbesserung der Biodiversität, des Klimas und des Wassers in der Agrarlandschaft (kurz: Gemeinwohlprämie) wurde vom DVL in Schleswig-Holstein aus der Praxis heraus entwickelt. In einem drauffolgenden dreijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Bundesamtes für Naturschutz wurde mit Landschaftspflegeorganisationen die Übertragbarkeit dieses norddeutschen Ansatzes auf ganz Deutschland untersucht. In dem Vorhaben konnten zudem Wege aufgezeigt werden, wie das Konzept der Gemeinwohlprämie in das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) und in den GAP-Vorschlag der EU-Kommission integriert werden kann.
 

Die aktuellen Veröffentlichungen zur Gemeinwohlprämie:

Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V. (Hrsg.) (2020): Gemeinwohlprämie – Ein Konzept zur effektiven Honorierung der Umwelt- und Klimaschutzleistungen der Landwirtschaft innerhalb der Öko-Regelungen in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Entwickelt in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. DVL, Ansbach.

Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V. (Hrsg.) (2020): Steckbriefe für die Maßnahmen der Gemeinwohlprämie. Bewertung der Umweltleistungen und Hinweise zur verwaltungstechnischen Umsetzung in der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik in Deutschland. DVL, Ansbach.

Wissenschaftlicher Forschungsbericht:

Latacz-Lohmann, U., Breustedt, G. (2020): „Berechnungen zur Optimierung des Bewertungsverfahrens für Biodiversitäts-, Klima- und Wasserschutzleistungen landwirtschaftlicher Betriebe“ („Gemeinwohlprämie“). Abschlussbericht. Kiel, 44 S.

 

Pressemitteilung als PDF 

Pressekontakt:
Leonhard Mäckler, Deutscher Verband für Landschaftspflege Promenade 9, 91522 Ansbach, E-Mail: l.maeckler(at)lpv.de 
Fachkontakt:
Dr. Jürgen Metzner, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Promenade 9, 91522 Ansbach, E-Mail: metzner(at)lpv.de

Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL)


 

Lesen Sie dazu auch: 

"Gemeinwohlprämie“ in 1. Säule der GAP – neues Honorierungssystem jetzt auf Bundesebene anwendbar (5.3.2020)

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) liefert mit der „Gemeinwohlprämie“ einen umfassenden und praxistauglichen Vorschlag zur Ausgestaltung der Eco-Schemes („Öko-Regelungen“) im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Im Mittelpunkt der Gemeinwohlprämie steht das unternehmerische Denken und Handeln von Landwirten. Der DVL-Vorsitzende Josef Göppel fordert: „Die Verantwortlichen in Deutschland sollten bei ihren aktuellen Beratungen diesen neuen Impuls für die Ausgestaltung der GAP aufgreifen. Die EU lässt uns diesen Gestaltungsspielraum“.

 

30.09.2020