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Endspurt für den European Citizens Award – Jetzt noch für das Thüringer Netzwerk Natura-2000-Stationen abstimmen

Das Thüringer Netzwerk Natura 2000-Stationen ist für den „European Citizens Award“ nominiert. Um diesen zu erhalten, ist das Thüringer Netzwerk auf die Unterstützung der Thüringer Bürger und Bürgerinnen angewiesen. Sie können noch bis einschließlich 15. September online unter https://natura2000award-application.eu/finalist/4439 für das Thüringer Netzwerk Natura 2000-Stationen abstimmen.

„Wir freuen uns, dass das Thüringer Netzwerk Natura 2000-Stationen für einen der wichtigsten europäischen Naturschutzpreise nominiert ist“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Ursprünglich nur eine Idee, hat sich das Netzwerk innerhalb von gerade einmal vier Jahren zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Mit viel Kraft ist es gelungen, die Thüringer Naturschutzverbände in ihren Anstrengungen zum Schutz des europäischen Naturerbes zu einen. Jetzt soll die Anerkennung auf europäischer Ebene diesen Erfolg krönen.“

Der Publikumspreis „European Citizens Award“ bietet Menschen aus ganz Europa die Möglichkeit, aus den Finalisten des „European Natura 2000-Awards“ ihren Favoriten zu wählen. Der Award wird seit 2014 alle zwei Jahre von der Europäischen Kommission für herausragende Leistungen in Bezug auf Natura 2000 verliehen. Die Bewerbung ist ein Gemeinschaftsprojekt des BUND Thüringen, des NABU Thüringen, des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege und des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz. Das Umweltministerium unterstützt das Netzwerk der Stationen mit ca. 1,6 Mio. Euro jährlich.

Martin Schmidt, Vorsitzender des NABU Thüringen: „Thüringen leistet mit über 250 Natura-2000-Gebieten einen wichtigen Beitrag zum Schutz des europäischen Naturerbes. Gerade in Zeiten des bedrohlichen Artensterbens nimmt die Arbeit der Natura 2000-Stationen eine besondere Bedeutung ein. Sie bringen die Umsetzung von Natura 2000 voran, indem sie Arten- und Biotopschutzmaßnahmen initiieren sowie zum Thema beraten. Und das mit Erfolg. Deshalb freut es uns, dass das Thüringer Modell jetzt auch auf europäischer Ebene als Vorbild wahrgenommen wird.“

Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL), ergänzt: „Die Umsetzung von Natura 2000 kann in Thüringen nur gemeinsam gelingen. Die Natura-2000-Stationen haben sich in den letzten Jahren zur anerkannten Schnittstelle zwischen den Landnutzern, unserem Ehrenamt und den Behörden vor Ort entwickelt. Gemeinsam konnten wir bereits über 150 Projekte anstoßen und umsetzen. Die 12 Natura-2000-Stationen und das Kompetenzzentrum sind heute aus der Naturschutzlandschaft Thüringens nicht mehr wegzudenken. Jetzt ist unser Ziel, auch auf europäischer Ebene als Vorbild wahrgenommen zu werden. Dabei können uns alle Thüringerinnen und Thüringer mit ihrer Stimme tatkräftig unterstützen.“

Gemeinsame Presseinformation
BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Thüringen e. V.
Naturschutzbund Deutschland (NABU) Thüringen e. V.
Deutscher Verband für Landschaftspflege

 

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Umsetzung von Natura 2000 in der Landwirtschaft (5.6.2020)

Aufgrund der schleppenden Umsetzung der EU-Naturschutzstrategie „Natura 2000“ führt die EU-Kommission seit 2015 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland durch. Der Verschlechterung der Lebensräume von Zielarten wie z.B. dem inzwischen sehr seltenen Wiesenknopfameisenbläuling werde nicht ausreichend entgegengewirkt. Erst jüngst hat am 19. Mai 2020 die Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Berlin in ihrem „Bericht zur Lage der Natur“ auf den Rückgang der Biodiversität insgesamt und der Verschlechterung des artenreichen Grünlandes hingewiesen.

Wie die gegebenen Naturschutzziele gemeinsam mit der Landwirtschaft erreicht werden können, hat Professor Sebastian Lakner in einer mehrjährigen Studie mit dem Umweltforschungszentrum (UFZ) in Leipzig und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin untersucht.

 

7.9.2020