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Europäische Bürgerinitiative: Bienen und Bauern retten

90 Organisationen aus 17 EU-Ländern haben eine europäische Bürgerinitiative gestartet und wollen innerhalb eines Jahres insgesamt eine Million Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern sammeln. Damit kann die EU-Kommission verpflichtet werden, sich mit den gestellten Forderungen zu befassen.

In der Vergangenheit konnten die Bürgerinnen und Bürger Europas das Instrument der EBI bereits mehrfach erfolgreich nutzen, zum Beispiel um Wasserprivatisierung zu verhindern oder um die Zulassungsverfahren von Pestiziden transparenter zu machen.

Die Kernforderungen

  1. Schrittweiser Ausstieg aus synthetischen Pestiziden

    Der Einsatz von synthetischen Pestiziden in der EU-Landwirtschaft soll bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden. Bis 2035 sollen die EU-Mitgliedstaaten komplett pestizidfrei sein.

  2. Maßnahmen zur Erholung der Artenvielfalt

    Biotopflächen sollen wiederbelebt und landwirtschaftliche Flächen so gestaltet werden, dass sie die Artenvielfalt fördern.

  3. Unterstützung von Bäuerinnen und Bauern

    Die Landwirt*innen müssen beim notwendigen Übergang zur Agrarökologie unterstützt werden. Kleinteilige, vielfältige und nachhaltige landwirtschaftliche Strukturen sollen unterstützt, der Ökolandbau ausgebaut sowie die Forschung zu pestizid- und gentechnikfreiem Anbau gefördert werden.

Auf den Wiesen und Feldern Europas verschwinden die Bienen und verstummen die Vögel. Zugleich geht auch die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe immer dramatischer zurück. Zwischen 2005 und 2016 haben EU-weit rund vier Millionen vornehmlich kleine und mittelgroße Betriebe aufgegeben, während die Flächen und Marktanteile agrarindustrieller Großunternehmen immer weiter gewachsen sind.

Die Ursachen des Arten- und Höfesterbens hängen eng zusammen und sind maßgeblich auf das aktuelle Modell industrieller Landwirtschaft zurückzuführen, das geprägt ist durch globalen Wettbewerbsdruck, Monokulturen sowie den Einsatz von Pestiziden und Gentechnik.

Industriell orientierte Großbetriebe werden bislang pauschal am stärksten gefördert. Ausgerechnet die bäuerlichen und ökologischen Betriebe, die am ehesten Struktur- und Artenvielfalt gewährleisten können, werden systematisch benachteiligt. 

Die Europäische Bürgerinitiative „Save Bees And Farmers – Bienen und Bauern retten“ wurde von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft und Imkerei gestartet:

Aurelia Stiftung
Friends of the Earth Europe
European Pesticide Action Network (PAN)
GLOBAL 2000 in Österreich
Générations Futures
Umweltinstitut München
European Professional Beekeepers Association
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND).

Inzwischen gehören dem Bündnis über 90 weitere europäische Akteure an und es wächst stetig weiter. Organisationen und Vereine, die sich noch an der Bürgerinitiative beteiligen wollen, können sich jederzeit wenden an: ebi(at)aurelia-stiftung.de


Lesen Sie dazu auch:

Zustand der Umwelt in Europa 2020 (Europäische Umweltagentur, 4. Dez. 2019) 

Green Deal: Von der Leyen rudert bei Pestiziden und Gentechnik zurück (EURACTIV, 12./13. Dez. 2019)

Neuer EU-Agrarkommissar verspricht Förderung der ökologischen Landwirtschaft  (EURACTIV, 11. Dez. 2019)

"Green Deal muss auch für Bauern eine wirtschaftliche Perspektive bieten" (Deutscher Bauernverband, 11. Dez. 2019)