Natur und Landschaft

Aktuelles

Gentechnische Veränderung von Wildpopulationen – die editierte Version der Natur?

Quelle/Bild: Kirsten Meyer, Hans Glader, Herwig Winter/piclease; skeeze, rihaij, Karen Arnold/pixabay.

Aus Ausgabe 5-2020

Mathias Otto, Samson Simon, Friedrich Waßmann und Margret Engelhard

Molekularbiologische Methoden werden im Naturschutz schon länger bei der Analyse von Erbinformation genutzt, um populationsgenetischen Fragen nachzugehen. Neue gentechnische Methoden erweitern das Spektrum möglicher Anwendungen. Einige der vorgeschlagenen Anwendungen sollen Wildpopulationen im Freiland verändern, um beispielsweise invasive Arten auszurotten oder geschützte Arten mit Krankheitsresistenzgenen gentechnisch aufzurüsten. Der aktuelle Beitrag fasst die aktuelle Forschung zusammen und beschäftigt sich mit der Frage, ob solche technischen Ansätze tatsächlich beherrschbar sind und langfristig eine realistische und mit dem Naturschutz kompatible Option darstellen können. Hierbei diskutieren wir neben Risikoaspekten auch konzeptionelle Probleme und zeigen, dass sowohl eine naturschutzinterne als auch eine gesellschaftliche Debatte dringend notwendig ist.

Gentechnisch veränderter Organismus (GVO) – CRISPR/Cas – Naturschutz – Gene-Drive – gentechnisch veränderte Wildpopulation – Technikfolgenabschätzung – konzeptionelle Herausforderungen für den Naturschutz

♦ zum Beitrag ♦

 


Lesen Sie dazu auch in Natur und Landschaft:

Molekularbiologische Methoden haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und die Möglichkeit eröffnet so genannte „Gene-­Drives“ (GD) künstlich herzustellen, um wilde Populationen zu verändern oder auszulöschen. Mittlerweile gibt es konkrete Forschungsansätze, GD als „Wunderwaffe“ zur Bekämpfung invasiver Arten einzusetzen, beispielsweise gegen invasive Nager auf Inseln. Aus diesem Grund möchten wir in die Technik einführen und auf grundlegende Probleme hinweisen, die mit der Verwendung von GD in Labor und Freiland verbunden sind. Nach unserer Einschätzung ist die Technik noch nicht praxisreif. In Anbetracht weitreichender ökologischer Aus­wirkungen, die eine GD-Freisetzung mit sich bringen kann, empfehlen wir eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen und höhere Anstrengungen im Bereich der Sicherheitsforschung. Vor dem Einsatz von GD sind zudem ethische und gesellschaftliche Fragen zu klären.

Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦

1.5.2020