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Gewerbliche Wildsammlung von Arzneipflanzen in Deutschland

Aus Ausgabe 7-2021

Gewerbliche Wildsammlung von Arzneipflanzen in Deutschland – Situation und Ausblick

Von Anja Greinwald, Uwe Schippmann, Joanna Sucholas, Mariya Ukhanova, Albert Reif und Rainer Luick

Im internationalen Vergleich spielt die deutsche gewerbliche Wildsammlung eine eher untergeordnete Rolle. Sie hat daher bislang kaum Eingang in die Diskussion des Artenschutzes gefunden. Der vorliegende Beitrag liefert hierfür eine Datengrundlage: Mit Befragungen der zuständigen Behörden in jedem Landkreis bzw. Bundesland wurde die gewerbliche Sammelaktivität innerhalb Deutschlands untersucht. Dabei wurden die Anzahl der in den Jahren 2015 – 2018 erteilten Sammelgenehmigungen sowie der Zweck der Wildsammlung und die gesammelten Arten ­ermittelt. Am häufigsten werden Pflanzen zur Herstellung von Saatgutmischungen und Arzneimitteln gesammelt. Die Sammelaktivität verteilt sich dabei auf alle Bundesländer (ohne Stadtstaaten) mit einem ausgeprägten Schwerpunkt im Südwesten, wobei das sammelaktivste Bundesland Rheinland-Pfalz ist. Dort sind im Unterschied zu den anderen Bundesländern die Oberen Naturschutzbehörden für die Sammelgenehmigungen zuständig, was den Aufwand für Behörden und Antragstellende reduziert und eine intensive Wildsammlung überhaupt erst möglich macht. Da jede Behörde den naturschutzfachlichen Rahmen einer nachhaltigen Wildsammlung selbst steckt, werden ein verstärkter fachlicher Austausch zwischen den Behörden und die Entwicklung praxisnaher Bewertungshilfen für eine fachlich abgesicherte nachhaltige Wildsammlung angeregt.

DOI: 10.17433/7.2021.50153923.329-337


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30.6.2021