Natur und Landschaft

Aktuelles

Grüne Woche und Global Forum for Food and Agriculture (GFFA)

Nach den großen Bauernprotesten und dem Landwirtschaftsgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel will die Bundesregierung umstrittene Billigangebote für Lebensmittel stärker in den Blick nehmen. Dazu solle es eine Gesprächsrunde bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Handelsunternehmen geben. Im neuen Jahr seien zudem „Dialogforen“ des Agrarministeriums in mehreren deutschen Städten vorgesehen, an denen auch Umwelt- und Verbraucherverbände beteiligt werden sollen. Start soll am 21. Januar bei der Agrar- und Ernährungsmesse Grüne Woche in Berlin sein. (Der Tagesspiegel, 2.12.2019)

Parallel zur Grünen Woche findet vom 16. bis 18. Januar 2020 auch wieder das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) statt, mit dem Thema

Nahrung für alle! Handel für eine sichere, vielfältige und nachhaltige Ernährung.

16. Januar 2020: Auftaktveranstaltung, Fachpodien, Innovationsbörse
17. Januar 2020: Fachpodien, High-Level-Panels, Innovationsbörse

Online-Registrierung bis 15.1., Tageskarten vor Ort

Folgende Fachpodien werden auf dem GFFA 2020 stattfinden:

Donnerstag, 16.01.20, 16:00 – 17:30 Uhr

Globalisierung im Wandel: Handel in Zeiten von Klimawandel, neuem Protektionismus und wirtschaftlicher Unsicherheit

Stärkung des Beitrags der nationalen und internationalen Märkte zur Ernährungssicherheit

Handelsabkommen im Dienste von Ernährungssicherheit und nachhaltiger Entwicklung?

Soja aus Brasilien, Hähnchenreste nach Afrika - welche Nachhaltigkeits- und Schutzregeln brauchen multi- und bilaterale Handelsvereinbarungen mit Entwicklungsländern?

Umschlag von Lebensmittelabfällen für integrative Lieferketten im Agrarhandel

Freitag, 17.01.20, 9:30 – 11:00 Uhr

Freier und fairer Agrarhandel in und mit Afrika: Die Rolle der AfCFTA für die Ernährungssicherheit

Sicherer Handel: Schutz der Gesundheit, Förderung der Entwicklung

Erfolgreich Ernährungssicherheit in globalen Lieferketten adressieren: Der Food Security Standard

Tropische Landwirtschaft: Innovation für inklusive, nachhaltige und sichere Wertschöpfungsketten

Lateinamerikas Beitrag zur Lebensmittelsicherheit und Wege zu mehr Nachhaltigkeit

Beitrag der Genossenschaften zu einer fairen Wertschöpfung im internationalen Handel

Freitag, 17.01.20, 11:30 – 13:00 Uhr

Anspruch und Realität: Lösungen für eine faire, inklusive, sichere und nachhaltige Soja-Lieferkette

Handel treiben, Vertrauen liefern: Qualität und Transparenz im internationalen Agrarhandel mit Osteuropa und Asien

Digitale Beschleunigung der landwirtschaftlichen Transformation

Menschenwürdige Arbeit in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten – Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit (Arbeitstitel)

Die Stärkung der Frauen im internationalen Handel – eine landwirtschaftliche Perspektive (Arbeitstitel)

Die Veranstaltung soll die Bedeutung des Handels und eines integrierten Handelssystems für die weltweite Ernährungssicherung in das öffentliche Bewusstsein rücken. Dabei werden folgende Fragen erörtert:

  • Welche Rolle spielt der Handel für die Welternährung?
  • Wie schaffen wir faire Regeln für den Agrarhandel?
  • Wie können wir globale Lieferketten inklusiv, nachhaltig und sicher gestalten?
  • Wie können wir den Handel für die Agrarentwicklung nutzbar machen?

Das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) ist eine internationale Konferenz zu agrar- und ernährungspolitischen Fragen.

Über drei Tage diskutieren beim GFFA rund 2000 internationale Besucherinnen und Besucher aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Am dritten Konferenztag findet (nicht öffentlich) zudem die weltweit größte informelle Agrarministerkonferenz statt. Sie bildet den Höhepunkt des GFFA. Rund 70 Agrarministerinnen und -minister aus aller Welt sowie hochrangige Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen beschließen ein gemeinsames politisches Kommuniqué zum Thema des GFFA.

 

Grünen-Chef Robert Habeck hatte vor dem Agrargipfel gefordert, die Landwirte für ihre Erzeugnisse besser zu bezahlen. „Wir müssen eigentlich dem Wert der Lebensmittel wieder mehr Geltung verschaffen. Wir haben faktisch eine totale Entwertung von Lebensmitteln“, sagte Habeck am Montag im Deutschlandfunk. „Wir sehen es an der Ladentheke, wir sehen es bei den Bauern, die häufig im Minus arbeiten, und wir sehen es in einer gewissen Wegwerf-Mentalität, die hochwertig produzierte Lebensmittel einfach dann wieder in den Müll schmeißt.“  (DIE ZEIT, 2.12.2019)

 

Die GFFA

Welternährung sichern – Hunger beenden
Derzeit leiden auf der Welt fast 821 Millionen Menschen Hunger und etwa 2 Milliarden Menschen sind mangelernährt. Die GFFA will gemeinsame Lösungen für die Landwirtschaft finden, um die Welternährung sicherzustellen und das Recht auf angemessene Nahrung weltweit zu verwirklichen. Damit will die GFFA einen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 leisten.

Landwirtschaft nachhaltig gestalten
Landwirtschaft ist weltweit der größte Erwerbssektor und bietet gegenwärtig 40% der Weltbevölkerung ein Einkommen. Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf rund zehn Milliarden Menschen ansteigen. Die Versorgung der Menschheit mit den verfügbaren knappen natürlichen Ressourcen sicherzustellen wird die dringlichste globale Herausforderung unserer Zukunft sein. Die GFFA hat das Ziel, dass diese Ressourcen weltweit intelligent, effizient und schonend genutzt und damit die landwirtschaftliche Produktivität nachhaltig gesteigert wird.

Globale Plattform bieten
Die GFFA bietet eine attraktive Plattform, um die zentralen Zukunftsfragen der globalen Land- und Ernährungswirtschaft in einem internationalen Rahmen aus verschiedenen Blickwinkeln zur Diskussion zu stellen und Lösungen auf den Weg zu bringen.


Lesen Sie dazu auch:

Natur und Landschaft  / Schwerpunktausgabe  6-2018:
Naturschutz in der Agrarlandschaft – Rolle der Agrarpolitik

  • Status quo und aktuelle Entwicklungen der landwirtschaftlichen Flächennutzung in Deutschland
    Röder, Norbert / Ackermann, Andrea / Baum, Sarah / Rudolph, Sebastian
  • Ökologische Vorrangflächen: Gut gedacht – schlecht gemacht?
    Nitsch, Heike / Röder, Norbert / Oppermann, Rainer / Milz, Eva / Baum, Sarah / Lepp, Tobias / Kronenbitter, Jenja / Ackermann, Andrea / Schramek, Jörg
  • Wieviel Naturschutz steckt in der zweiten Säule – nur zweite Wahl?
    Stratmann, Ursula / Pabst, Holger / Horlitz, Thomas
  • Nationale Indikatoren mit Bezug zu Pflanzenschutz und Biodiversität in der Agrarlandschaft
    Hoffmann, Jörg / Kratz, Werner
  • Der Status quo ist keine Option – Vorschlag für eine zukunftsfähige Architektur der Agrarpolitik
    Feindt, Peter H. / Krämer, Christine / Früh-Müller, Andrea / Wolters, Volkmar / Pahl-Wostl, Claudia / Heißenhuber, Alois / van Bers, Caroline / Thomas, Fabian / Purnhagen, Kai
  • Landwirtschaft und Naturschutz müssen sich zusammenraufen
    Schulze Pals, Ludger

04.12.2019