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HNEE etabliert weltweit erstes Institut zu Biosphärenreservaten

Mit Gründung des Biosphere Reserves Institute betritt die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) internationales Neuland. Erstmals wird hiermit eine wissenschaftliche Einrichtung zur umfassenden Unterstützung und Weiterentwicklung von Biosphärenreservaten etabliert. Die feierliche Eröffnung findet am 29. November 2019 statt.

Die Deutschen Biosphärenreservate genießen international einen guten Ruf. Gemessen an den Aufgaben, die mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen definiert sind, ist aber selbst in Deutschland noch Luft nach oben. „Aber auch international müssen die Kapazitäten der Akteurinnen und Akteure in Biosphärenreservaten weiter gestärkt werden, wenn das Konzept der Biosphärenreservate den erwünschten Beitrag zur Lösung brennender Fragen leisten soll“, sagt Uli Gräbener, Geschäftsführender Direktor des neuen Biosphere Reserves Institutes. Gefragt sind innovative Praktiken für die Landnutzung der Zukunft. Dabei ist Forschung unerlässlich, um nachhaltige Lösungen zu finden bzw. diese langfristig zu begleiten. Mit einem neuen Institut, getragen von den Fachbereichen für Wald und Umwelt, Landschaftsnutzung und Naturschutz und Nachhaltige Wirtschaft, soll diese Lücke geschlossen werden.

Das Institut wird auf drei Ebenen tätig:

  1. Etablierung eines internationalen Masterstudiengangs „Biosphere Reserves Management“,
  2. Schaffung eines Graduiertenkollegs zu wissenschaftlichen Arbeiten mit Bezug zu Biosphärenreservaten in Kooperation mit der Leuphana-Universität Lüneburg, und
  3. einen Forschungskreis zur Identifikation und Förderung von Forschungsvorhaben über Biosphärenreservate.

Wissenschaftliche Leitung des Biosphere Reserves Institute: Prof. Dr Vera Luthardt, Prof. Dr. Pierre Ibisch. 

„Mit dem Biosphere Reserves Institute wird die wissenschaftliche Exzellenz der drei Fachbereiche zusammengeführt. Im Sinne eines gemeinsamen Themas bringt hier das Konzept der UNESCO-Biosphärenreservate den gemeinsamen Nenner“, erklärt Uli Gräbener. In Zukunft erhoffe man sich auch, dass dieses Institut für die HNEE ein eigenständiges Promotionsrecht erlangt. Aktuell ist dies nur Universitäten vorbehalten.

Das Institut basiert auf dem biosphere.center, einer Partnerschaft zu Biosphärenreservaten, die bereits seit 2017 besteht, von

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Michael-Succow-Stiftung
Europarc Deutschland
Centre for Econics and Ecosystem Management.
Zentrum für Nachhaltigen Tourismus (ZENAT).

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

 


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Doppelausgabe 9/10-2019: Schwerpunkt: Naturparke –Großschutzgebiete mit Entwicklungspotenzialen

Mit etwas mehr als 28 % der Landesfläche weisen die insgesamt 105 deutschen Naturparke große Potenziale zum Schutz sowie zur Pflege und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaften mit einer Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen auf.

Diese Schwerpunktausgabe behandelt u. a. die strukturellen Voraussetzungen einer erfolgreichen Naturparkarbeit, die Fortschritte der seit 2006 laufenden Qualitätsoffensive und die Erfahrungen aus anderen europäischen Naturparken. Weiterhin werden die Schutzgebietsanteile der deutschen Naturparke analysiert und Überlegungen zur Weiterentwicklung der Gebietskulissen vorgestellt. Viele Parke verfolgen aktuell das Ziel, verstärkt in die Planungen zu erneuerbaren Energien einbezogen zu werden. Des Weiteren können die Naturparke die Umsetzung von Natura 2000 in ihren Gebieten unterstützen, denn etwa ein Drittel der Natura-2000-Flächen liegen in Naturparken. Außerdem verfügen Naturparke über Potenzialflächen für Wildnisgebiete und große Prozessschutzflächen, die dazu beitragen können, die von der Bundesregierung festgelegten Wildnisziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zu erreichen.

Aus dem Inhalt:

  • Entwicklung, Stand und Herausforderungen der Naturparkarbeit in Deutschland
    Ralf Forst
    Vor über 60 Jahren wurden die ersten Naturparke in Deutschland gegründet. Die maßgeblichen Meilensteine, die die Naturparkentwicklung seitdem genommen hat, werden aufgezeigt. Inzwischen gibt es im deutschen (Groß-)Schutzgebietssystem 105 Naturparke mit einem Bundesflächenanteil von ca. 28 %. Aufgrund der Erweiterung des Aufgabenspektrums in den letzten Jahrzehnten dienen Naturparke heute sowohl dem Schutz und der Erhaltung der Kulturlandschaften mit ihrer Biotop- und Artenvielfalt als auch der Erholung, dem natur- und umweltverträglichen Tourismus und einer dauerhaft natur- und umweltverträglichen Landnutzung sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung...
  • Was kann Deutschland von anderen europäischen Staaten für die Weiterentwicklung der Naturparkarbeit lernen?
    Katharina Denkinger
    Im Projekt „Europe?s Nature, Regional and Landscape Parks“ wurden die europäischen Naturparke erstmalig gemeinsam als eine Gruppe von Schutzgebieten in Europa beschrieben. Dieser Beitrag liefert eine Übersicht über die Projektergebnisse und beleuchtet anhand von Beispielen, was wir in Deutschland von Frankreich, Österreich, Spanien und weiteren europäischen Staaten für die Weiterentwicklung der Naturparkarbeit lernen können…
  • Schutzgebietsanteile der deutschen Naturparke und Überlegungen zur Weiterentwicklung der Naturpark-Gebietskulissen
    Volker Scherfose
    Deutsche Naturparke sollen sich gemäß § 27 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) überwiegend aus Landschaftsschutzgebieten (LSG) und Naturschutzgebieten (NSG) zusammensetzen – diese Vorgabe gilt seit 1976. Vor 1976 – als der Begriff „Landschaftsschutzgebiet“ im Gesetz noch gar nicht existierte – waren aber bereits rund die Hälfte der heutigen 105 Naturparke ausgewiesen. Zudem kommen seit 1992 als wichtige wertgebende Schutzgebiete Natura-2000-Areale innerhalb der Naturparkkulissen hinzu. Deshalb wurden die Anteile der NSG, LSG und Natura-2000-Gebiete für alle Naturparke errechnet. Es zeigte sich u. a., dass der Anteil strenger Schutzgebiete (NSG plus Natura-2000-Gebiete) in einem Drittel aller Naturparke deutlich unterdurchschnittlich ist (kleiner 15 %)…
  • Weiterentwicklung und Fortschreibung der Aufgaben und Ziele für die Naturparke in Deutschland
    Ulrich Köster
    In diesem Artikel werden die von den Mitgliedern des Verbands Deutscher Naturparke e.V. (VDN) Ende 2018 verabschiedete Strategie für die Entwicklung der Naturparke bis 2030 sowie die daraus abgeleiteten politischen Forderungen im „Wartburger Programm“ vorgestellt. Damit sind die Chancen, die die 105 Naturparke auf 28 % der Fläche Deutschlands bieten, um zur Lösung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie Erhaltung der biologischen Vielfalt, Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung ländlicher Räume beizutragen, deutlich formuliert..

19.11.2019