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Kalk hilft Regenwürmern in sauren Böden

Quelle/Bild: Reinhard Müller. Regenwürmer mögen Kalk und hohe pH-Werte.

Am Tag des Regenwurms, am 15. Februar 2021, soll auf die Bedeutung der Regenwürmer für die Bodengesundheit aufmerksam gemacht werden. Wenn viele Regenwürmer im Boden vorkommen, ist dies ein Zeichen für gute Bedingungen und ein gesundes Erdreich. Sehr wichtig für Regenwürmer sind ein lockerer Boden, genügend Futter (abgestorbenes Pflanzenmaterial) und auch ein günstiger pH-Wert, der bestenfalls zwischen 6,0 und 7,0 liegt.

In vielen Waldböden, die sehr stark versauert sind (mit pH-Werten kleiner 4,2), können die meisten Regenwurmarten (z. B. der Tauwurm Lumbricus terrestris als „gewöhnlicher Regenwurm“ oder der Rote Waldregenwurm Lumbricus rubellus) und auch andere Mikroorganismen nicht mehr gut leben. Dadurch wird die Zerkleinerung und Mineralisierung abgestorbener Blätter und Nadeln stark gemindert, so dass sich auf stark saurem Mineralboden oft eine Schicht von wenig zersetztem organischen Material bildet (Humusform Moder).

In der Landwirtschaft (Acker- und Grünlandböden) werden die Böden üblich regelmäßig gekalkt, um die pH-Werte – bodenartspezifisch – in einem günstigen, fruchtbaren Bereich zwischen 5,5 und 7,5 zu behalten (siehe hierzu VDLUFA-Standpunkt „Kalkbedarf von Acker- und Grünlandböden“). Denn in diesem pH-Bereich wachsen die meisten Pflanzenarten – auch Bäume – am besten.  Auch für Regenwürmer und die meisten Bodenlebewesen sind pH-Werte zwischen 5,5 und 7,5 im Boden vorteilhaft. Für Regenwürmer und das Wurzelwachstum kommt es dabei besonders auf den Gehalt von Calcium (Ca) und Aluminium (Al) in der Bodenlösung und an den Nährstoffsorptionsstellen an. Sinkt der pH-Wert im Boden unter 5,0, so sinkt die Calciumkonzentration in der Bodenlösung und die schädliche, lösliche Aluminiumkonzentration steigt.

Bei sehr stark versauerten Waldböden (pH-Wert kleiner 4,2) sind Bodenschutzkalkungen sehr sinnvoll und ratsam. Um allerdings eine spürbare Stabilisierung solcher Waldökosysteme zu erreichen und wieder mehr Regenwürmer in diese Waldböden zu bekommen, ist der pH-Wert nachhaltig über den kritischen Wert von 4,2 anzuheben. Dazu sind häufig mehrfache Bodenschutzkalkungen erforderlich. Dies sollte von Waldeigentümern, Förstern und Jedem bedacht werden, wenn über Boden, Bodengesundheit, Regenwürmer oder Bodenschutzkalkung gesprochen oder nachgedacht wird.

 

Düngekalk-Hauptgemeinschaft (DHG)

 


 

♦ Lesen Sie von Natur und Landschaft auch die Beiträge 

  • „Lebendiger Boden: die gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz“ von  Wilhelm, Patzel in Ausgabe 12-2016
  • „Politische und rechtliche Ziele zum vorsorgenden Schutz der Böden in Deutschland“ von Möckel in Ausgabe 11-2015

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15.2.2021