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Management von Großkarnivoren am Beispiel des Herdenschutzes von Rindern

Aus Ausgabe 1-2021

Management von Großkarnivoren am Beispiel des Herdenschutzes von Rindern

Von Julia Kamp

Seit dem Beginn der natürlichen Wiederbesiedlung Sachsen-Anhalts durch wilde Wölfe 2008 hat sich die Population auf weitere Teile des ­Bundeslands ausgebreitet. Gleichzeitig wurde auch eine Zunahme tödlicher Wolfsübergriffe auf Nutztiere registriert. In den Jahren 2016 und 2017 gab es einen starken Anstieg von Übergriffen auf Rinder. Die Opfer waren in den meisten Fällen nicht älter als 14 Tage und durch eine Zäunung mit ein oder zwei Stromlitzen gesichert, die leicht von Wölfen und Kälbern unterwunden werden konnte. Um geeignete Herdenschutzmaßnahmen zu evaluieren, startete das Landesamt für Umweltschutz mit den zwei am stärksten betroffenen Betrieben ein Pilotprojekt. Das Ziel war, den Mehraufwand eines 5-Litzen-Zaunsystems zu erfassen und herauszufinden, inwieweit dieses System praktisch umsetzbar ist. Mit Beginn der Vegetationsperiode gaben beide Betriebe an, dass ein Umsetzen und Freimähen des Zauns sowie die geplante Datenerfassung auf Grund des hohen Mehraufwands nicht möglich seien. Es wurden verschiedene Lösungsansätze mit den beteiligten Betrieben besprochen, die jedoch in der Projektphase nicht umgesetzt wurden. Nachdem einer der Betriebe das Zaunmaterial zurückgegeben hatte, wurde das Projekt in einem neuen Betrieb fortgeführt. Nach kurzer Zeit gab auch dieser Betrieb einen erhöhten Arbeitsaufwand an, führte das Projekt aber fort und sammelt die benötigten Daten zum Mehraufwand. In keinem der Betriebe gab es Übergriffe von Wölfen auf Rinder, die mit dem 5-Litzen-Zaun gesichert waren. Das Projekt wird weitergeführt. Am Ende wird evaluiert, inwieweit das Zaunsystem praktisch einsetzbar ist und ob Betriebe in der Umsetzung staatlich unterstützt werden sollten.

DOI: 10.17433/1.2021.50153877.47-52


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4.1.2021