Natur und Landschaft

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Mikrohabitate und Baumdimension als Grundlage der Habitatbaum-Auswahl im Bergmischwald

Quelle/Bild: © Grafik: Grossmann/Pyttel 2019.

Aus Ausgabe 12-2019

Josef Großmann und Patrick Pyttel

Baummikrohabitate stellen wichtige Indikatoren für die Waldbiodiversität dar. Durch integrative Naturschutzmaßnahmen – wie das Ausweisen von Habitatbäumen – können biodiversitätsrelevante Strukturen im bewirtschafteten Wald langfristig bereitgestellt werden. Bislang wurde mit Hilfe von Baummerkmalen die Anzahl von Mikrohabitaten auf Baum- oder Bestandsebene untersucht. In dieser Fallstudie berücksichtigen wir zusätzlich die Diversität der Mikrohabitate. Baumart, Stammdurchmesser in 1,3 m Höhe (Brusthöhendurchmesser = BHD) und soziale Stellung eines Baums stellten sich als gute Prädiktoren für Mikrohabitatdiversität der hier untersuchten Habitatbäume heraus. Die Mikrohabitatdiversität folgte einer Sättigungskurve in stärkeren Durchmesserklassen. Laubbäume wiesen bei gleichem Durchmesser eine höhere Mikrohabitatdiversität auf als Nadelbäume. Bei der Diskussion bestehender Auswahlkriterien für Habitatbäume zeigte sich, dass eine Kombination von mikrohabitatbasierten Auswahlkriterien sowie die Verwendung von Mindestdurchmessern eine effiziente Vorgehensweise zu sein scheint. Im Bergmischwald empfehlen wir (vor)herrschende Rotbuchen (BHD > 70 cm) und Weißtannen (BHD > 90 cm) als Habitatbäume auszuwählen sowie schwache Bergahorne und Rotbuchen im Bestand zu belassen.

Mikrohabitate – Habitatbäume – Biotopbäume – Strukturvielfalt – Waldbiodiversität – Bergmischwald

DOI: 10.17433/12.2019.50153759.531-541

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02.12.2019