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"Moor-Strategien in Europa" – Ergebnisse eines Workshops

Quelle/Bild: © M-W/pixabay.

Zum Schutz der Moore bzw. der Moorböden haben verschiedene Staaten in den letzten Jahren Moorschutzstrategien entwickelt oder sind zurzeit mit deren Erarbeitung beschäftigt. Expertinnen und Experten aus zwölf europäischen Ländern kamen am 28. und 29. Oktober 2019 in Bonn zusammen, um sich im Rahmen eines Workshops auszutauschen. Der Workshop wurde eng mit dem Ramsar-Sekretariat (Ramsar – Abkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung) und der Global Peatlands Initiative koordiniert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Succow-Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, durchgeführt.

Programm des Workshops 
Die Ergebnisse wurden jetzt in einem englischsprachigen Policy Brief "Peatland Strategies in Europe" veröffentlicht.

Empfohlen werden das Zusammenstellen weiterer Basisdaten für Moorinventare, das Entwickeln von Klimawandelszenarien bei Moorerhalt oder -zerstörung, das Verbessern rechtlicher Rahmenbedingungen, ein Sensibilisieren der Öffentlichkeit und Bereitstellen von Förderung.

Hintergrund zum Workshop

In Deutschland und einigen anderen Europäischen Staaten ist der größte Teil der Moorböden entwässert und landwirtschaftlich oder forstlich genutzt. Naturnahe Moorökosysteme kommen in diesen Staaten nur noch auf kleinen Restflächen vor. Sie bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und sind somit für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bedeutend. Moorstandorte, deren Zustand und Nutzung haben zudem einen Einfluss auf den Landschaftswasserhaushalt und Nährstoffflüsse. Abhängig vom Wasserstand sind sie darüber hinaus klimawirksam, d.h. in nassem Zustand wirken sie als Kohlenstoffspeicher und in entwässertem Zustand als Treibhausgasquelle. Vor diesem Hintergrund sind Moorböden in den letzten Jahren zunehmend auch in den Fokus des Klima- und sonstigen Umweltschutzes gelangt. Deshalb ist es wichtig, dass der Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft als wichtigste Nutzer, die Wasserwirtschaft als weiterer zentraler Partner ebenso wie andere Akteure in die Bemühungen zum Schutz und zu einer nachhaltigen Nutzung von Moorböden einbezogen werden. Der Moorschutz bzw. Moorbodenschutz erfordert daher zunehmend umfassende Strategien.

Ziel des zweitägigen Workshops in Bonn war es, sich zu den Zielen, Inhalten und Ansätzen der in verschiedenen europäischen Ländern existierenden und geplanten Moorschutzstrategien und den bisherigen Erfahrungen mit deren Umsetzung auszutauschen. Dies sollte dazu beitragen, wichtige Elemente der Strategien zu identifizieren, die vor dem Hintergrund übergeordneter politischer Ziele z.B. aus den Bereichen Klimaschutz, Naturschutz und Gewässerschutz in diesen Strategien berücksichtigt werden sollten. Weiterhin wurde der momentane Stand und der Bedarf der Integration verschiedener Aspekte des Moorschutzes in Strategien auf EU-Ebene diskutiert und weitere bestehende  internationale – für den Moorschutz relevante –Rahmenbedingungen vorgestellt. Moorschutzstrategien haben prinzipiell das Ziel, den Moorschutz durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Umsetzung voran zu bringen. Welche der oben genannten Aspekte des Moorschutzes sie insbesondere adressieren und mit welchen Instrumenten sie umgesetzt werden, ist jedoch sehr unterschiedlich. Auch Deutschland ist zurzeit dabei, eine Moorschutzstrategie des Bundes zu erarbeiten. In einigen deutschen Bundesländern existieren bereits Moorschutzprogramme, darunter Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Bundesregierung hat sich die Erarbeitung einer Moorschutzstrategie des Bundes mit ihrem aktuellen Koalitionsvertrag zum Auftrag gemacht. Erste Maßnahmen sollen noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.   

Bundesamt für Naturschutz (BfN)


Lesen Sie dazu auch: 

Moorschutzprojekte mit Vorbildcharakter (15.8.2019)

  • Feldversuch "Optimoor"
  • Renaturierung von Mooren in der Hammeniederung
  • Wiedervernässung im sachsen-anhaltinischen Drömling
  • "Kompensationsflächenmanagement im Klimawandel", kurz "KommKlima"

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  • "Moore im Rechtssystem der Europäischen Union. Eine Analyse anhand ausgewählter Mitgliedstaaten" von Peters und von Unger in Ausgabe 2-2019
  • "Umsetzung und Ergebnisse des Naturschutzgroßprojekts "Drömling/Sachsen-Anhalt" von Kausche und Scherfose in Ausgabe 1-2019
  • "Naturschutzgroßprojekt 'Allgäuer Moorallianz'" von Weiland et al. in Ausgabe 1-2017

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11.02.2020