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Naturschutz in Flutpoldern – eine Chance für den Löcknitz-Rückstauraum

Quelle/Bild: Ulrike Strecker. Der mäandrierende Löcknitz-Altlauf mit uferbegleitender Weichholzaue liegt nahe dem Fuß der Binnendünen.

Aus Ausgabe 5-2021

Naturschutz in Flutpoldern – eine Chance für den Löcknitz-Rückstauraum (UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“)

Von Horst Wilkens

Anthropogen ausgelöste Veränderungen der Wasserführung bewirken neben extremen Hochwasserständen zunehmend auch lang andauernde extreme Niedrigwasserstände bzw. das gänzliche Ausbleiben von Hochwässern mit desaströsen Folgen für die Feuchtlebensräume der Aue der Mittleren Elbe. Auch Flutpolder, die zur Entlastung der Deiche bei extremen Hochwasserereignissen angelegt werden, schaffen hier keine Abhilfe: Sie haben wenig biologischen Wert, da sie nur sehr selten im Katastrophenfall geflutet werden. Die Planung eines Flutpolders in dem seit 1974 von der Elbe abgetrennten Hochwasserrückstauraum ihres Nebenflusses Löcknitz zwischen Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern) und Lenzen (Brandenburg) eröffnet aber die Chance, mithilfe verschiedener Maßnahmen die elbtaltypischen Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren. So sollte das Einfließen der elbtaltypischen Hochwässer in wertvolle Teilbereiche zeitlich begrenzt von November bis April (Winterstau) und kurzfristig im Mai und Juni (Sommerstau) ermöglicht werden. Wenn die Elbhochwässer nicht hinreichend ansteigen, soll dies mit Eigenwasser der Löcknitz durch regelmäßiges Management erfolgen, um die Lebensräume langfristig ökologisch zu stabilisieren. Dies bietet sich besonders an, weil der geplante Flutpolder Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiete einschließt und innerhalb der UNESCO-Biosphärenreservate „Flusslandschaft Elbe-Brandenburg“ und „Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern“ bzw. dem Vogelschutzgebiet (Special Protection Area – SPA) „Unteres Elbtal“ liegt.

DOI: 10.17433/5.2021.50153909.245-253


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3.5.2021