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Neue Satellitendaten zeigen deutliche Waldverluste in Deutschland

Quelle/Bild: Klaus Borger/FBG Saar-Hochwald. Symbolbild für geschädigten Wald.

NRW verliert fast 12 Prozent seiner Wälder, Sachsen-Anhalt über 10 Prozent: Die Naturwald Akademie hat gemeinsam mit der Remote Sensing Solutions GmbH einen online Waldmonitor veröffentlicht, der anhand von Satellitendaten die Entwicklung der Wälder in den Jahren 2016 – 2020 anzeigt. Die Geodaten veranschaulichen auf einer Deutschlandkarte wie viel Nadel- und Laubwald die einzelnen Bundesländer in den vergangenen trockenen Jahren verloren haben. Darüber hinaus ist zu erkennen, in welchen Regionen der Wald besonders gelitten hat und somit an Vitalität verloren hat.

Aktuelle Daten stehen endlich zur Verfügung

„Die letzten Jahre haben gezeigt, dass gerade der Klimawandel eine regelmäßige, bundeseinheitliche Überprüfung des Waldzustandes notwendig macht. Die mit dem Klimawandel verbundenen Prozesse verändern den Wald so schnell, dass eine Stichprobe von ca. 10 000 Bäumen der jährlichen Waldzustandserhebung nicht ausreicht, um den Vitalitätszustand des Waldes flächendeckend zu beschreiben.“ erklärt Dr. Torsten Welle, Leiter Wissenschaft und Forschung der Naturwald Akademie. Mit dem neu entwickelten Waldmonitor können jederzeit aktuelle Satellitenbilder eingespeist werden, um den Zustand des Waldes zu überwachen. So können Entscheider in der Politik und Forstwirtschaft auf Basis von aktuellen Satellitendaten eindeutig beurteilen, wie die Lage in den Wäldern ist.

Dr. Jonas Franke, Geschäftsleiter der Remote Sensing Solution GmbH weist auf den konkreten Vorteil des Waldmonitors hin: „Mit einer Auflösung von 10 x 10 m pro Pixel können wir aktuell und fortlaufend Informationen über den Waldzustand in Deutschland gewinnen. Neben der Vitalität von Laub- und Nadelbäumen können wir auch Aufforstungsaktivitäten und die Entwicklung der Schadflächen verlässlich dokumentieren. Die Palette an Informationen, die wir so Waldbesitzenden, Kommunen und Ministerien anbieten können, werden wir weiter ausbauen.“

Große Unterschiede in den Bundesländern

Grundlage des neuen Waldmonitors ist eine Analyse der frei verfügbaren Sentinel-2 Daten des Europäischen Copernicus-Satelliten Programms. Anhand von farbigen Flächen kann jetzt jede Bürgerin und jeder Bürger erkennen, wie es um den Wald steht. Orange Farb-Töne zeigen Waldflächen mit einer deutlichen Vitalitätsverschlechterung der Bäume in den letzten Jahren (z. B. Absterben oder Entnahme einzelner Bäume, Teilschäden von Bäumen). Rote Farben weisen Kahlflächen oder Flächen komplett abgestorbener Bestände aus. Die größten Verluste an Nadelwald in den letzten Jahren, haben Nordrhein-Westfalen ( 10,3%), Sachsen-Anhalt (8,2 %) und Hessen (8,1 %). Bei den Laubwäldern ist die Lage deutlich entspannter, wenn auch nicht gut. In Sachsen-Anhalt sind 1,9 % der Laubwälder verloren gegangen. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es auf 1,3 % ihre Laubwaldflächen keine Bäume mehr.

Weitere Informationen:

 

Naturwald Akademie gGmbH

 


 

♦ Lesen Sie von Natur und Landschaft auch die Beiträge 

  • „Forstlich ungenutzte Wälder in Deutschland“ von Höltermann et al. in Ausgabe 2-2020
  • „Der Einsatz von Fernerkundung im FFH-Monitoring am Beispiel der Anwendung FELM“ von Buck et al. in Ausgabe 5-2018
  • „Die dritte Bundeswaldinventur aus Sicht des Naturschutzes“ von Hennenberg et al. in Ausgabe 5-2017
  • „Nachhaltige Waldwirtschaft – ein Modell für nachhaltige Entwicklung?“ von von Detten, Oesten in Ausgabe 2-2013

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11.9.2021