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Neues Positionspapier des Verbands Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA): Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel intensivieren

Der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) hat ein Positionspapier veröffentlicht, mit dem er die Diskussion um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel versachlichen will. Seiner Meinung nach  werden die Diskussionen derzeit von Extrempositionen bestimmt, die einen Konsens der verschiedenen Akteure im Wald erschweren.

(Am 29. August traf sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit Verbänden der Waldwirtschaft und Vertretern aus Naturschutz und Wissenschaft, um den Waldgipfel am 25. September vorzubereiten. Bundesweit sind mehr als 110 000 ha Wald durch Trockenheit, Stürme, Brände sowie Borkenkäferbefall vernichtet worden. Fichten-Monokulturen sind besonders von Schäden betroffen. Wiederaufforstung und Waldumbau in Zeiten des Klimawandels werden kontrovers diskutiert. Welche Baumarten sind geeignet? Naturschutzverbände propagieren Naturverjüngung ohne störenden Eingriffe ins Ökosystem.)

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler plädieren in ihrem Papier für eine rasche und aktive Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Dadurch sollen auch zukünftig die vielfältigen Anforderungen der Gesellschaft an den Wald erfüllt werden, vom Rohstoff Holz über den Klimaschutz und die Erhaltung der Biodiversität bis zur Erholung. Im Rahmen der Waldanpassung sollen alle waldbaulichen Möglichkeiten genutzt werden, um Mischbestände mit Baumarten und Herkünften zu begründen, die sowohl an das herrschende als auch zukünftige Klima angepasst sind.

"Dies schließt auch die Einbeziehung von ökologisch zuträglichen, eingeführten Baumarten mit ein, wie Douglasie, Küstentanne, Japanlärche und Roteiche. Der Umfang ihres Anbaus muss insbesondere auf standörtlicher Grundlage und in Abhängigkeit von den Eigentümerinteressen entschieden werden. Die Förderung ihres Anbaus mit öffentlichen Mitteln ist in Abhängigkeit von den jeweiligen Wirkungen und Leistungen zu entscheiden, die von den jeweiligen Waldbeständen erwartet werden. Einen kategorischen Ausschluss dieser Baumarten halten wir ebenso für unangebracht wie einen flächigen Anbau." (S.3, Punkt 6)

"Dabei ist neben der Pflanzung oder der Saat auch die standortsgerechte Naturverjüngung einzubeziehen, inklusive sich eventuell ansamender Pionierbaumarten." (S. 1)

Zum Positionspapier des DVFFA: http://www.dvffa.de/system/files/files_site/Waldanpassung_Positionspapier des DVFFA_09_2019.pdf


Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA)
Präsident: Prof. Dr. Andreas Bolte, Thünen-Institut für Waldökosysteme, Eberswalde

 

Weitere Positionspapiere zum Thema: 

Carlowitz-Plan des Bundes Deutscher Forstleute. "Selbstverständlich setzen wir in weiten Teilen auch auf eine natürliche Waldentwicklung mit Naturverjüngung und Vorwäldern. Dennoch sind nicht überall geeignete Samenbäume (Entfernung, Baumart) vorhanden bzw. zeigen die Erfahrungen, dass auf zusammengebrochene Fichtenbestände oft wieder Fichtenbestände aus üppiger Naturverjüngung folgen. Das kann aber keine erfolgversprechende Option vor dem Hintergrund des Klimawandels sein. Initialpflanzungen und Ergänzungen mit Mischbaumarten sind daher erforderlich."

12-Punkte-Papier des NABU. "Auch in Wirtschaftswäldern müssen Elemente alle Waldentwicklungsphasen vorhanden sein. Daher müssen Altersklassenwälder in naturnahe, dauerwaldartig bewirtschaftete Wälder überführt werden. Die geförderten Baumarten sollen möglichst heimisch sein und keine negativen Einflüsse auf die Funktionalität und Lebensgemeinschaft des Ökosystems haben."

11.09.2019