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Online-Weiterbildungsportal 'Raum für Vielfalt' ein Jahr online

Quelle/Bild: Couleur/pixabay.

Seit August letzten Jahres können sich Interessierte im kostenfreien Online-Weiterbildungsportal 'Raum für Vielfalt' der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) zum Thema Biodiversität informieren. Mittlerweile verzeichnet das E-Learning-Portal schon mehr als 3.200 Klicks. „Ein Erfolg!“, findet der Landschafts- und Pflanzenökologe Prof. Dr. habil. Michael Rudner, der das Projekt ins Leben gerufen hat und sich über die zahlreichen positiven Rückmeldungen freut.

Das E-Learning-Portal bietet Anregungen für alle Interessierte, richtet sich aber besonders an Landwirte, Umweltplaner und Naturschützer. Ausgangsziel des Projektes war es, durch umfassende Information den Diskurs von sich oft gegensätzlich gegenüberstehenden Parteien konstruktiv zu machen. Ein besseres Verständnis der Belange der jeweils anderen Seite soll dazu dienen, Spannungen zwischen „Naturschützern“ und „Naturnutzern“ abzubauen. Landwirtschaft und Artenvielfalt lassen sich durchaus gut kombinieren.

Über die spezifischen Inhalte hinaus eignet sich das Schulungsangebot auch sehr gut zur Wissensvermittlung und Sensibilisierung für Biodiversität an Hochschulen, Schulen und Bildungseinrichtungen. Aber auch jeder interessierte Naturliebhaber lernt die Zusammenhänge der Biodiversität besser verstehen und kann dadurch einen eigenen Beitrag zur Verbesserung leisten.

Module:
Ackerwildkräuter
Artenreiches Grünland
Begleitstrukturen
Biodiversität – warum Vielfalt
Blühstreifen
Bodengesundheit
Die Honigbiene in der Kulturlandschaft
Futterqualität
Gewässerschutz
Konservierende Bodenbearbeitung
Niederwild
Nützlinge in der Kulturlandschaft
Regionalvermarktung
Smart Farming
Streuobst


Entwicklung des Online-Weiterbildungsportals

Entwickelt wurde das Wissenstransfer-Projekt ab März 2017 am Biomasse-Institut der HSWT am Campus Triesdorf unter der Leitung von Professor Michael Rudner und Mitwirkung von elf weiteren Professorinnen und Professoren aus den Fakultäten „Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung” sowie „Umweltingenieurwesen”. Für die Ausarbeitung des E-Learning-Portals zeigte sich Frau Isabel Möhrle als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Biomasse-Institut verantwortlich. „Das Projekt war gestartet, lange bevor die biologische Vielfalt in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten ist”, betonte Rudner. Der Europäische Sozialfonds sowie der Freistaat Bayern förderten das Projekt, die virtuelle Hochschule Bayern begleitete es als Projektträger.

Text: Dr. Bettina Fähnrich, Helena Wenzel, Franziska Kohlrausch und Gerhard Radlmayr

Weitere Informationen: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst anlässlich des Starts von "Raum für Vielfalt" im August 2019 mit einem Statement von Wissenschaftsminister Bernd Sibler


Biomasse-Institut, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf / Hochschule Ansbach

 


Lesen Sie dazu auch:

Wie das Naturverständnis der Landwirte ihre Entscheidungen zu staatlichen Agrarumweltmaßnahmen beeinflusst (12.2.2020)

 „Aufgrund ihres landwirtschaftlich geprägten Naturverständnisses bezweifelten viele Landwirte in unserer Erhebung den ökologischen Nutzen bestimmter Vorgaben staatlicher Agrarumweltprogramme. Sie setzen deshalb entsprechende Maßnahmen nicht um, obwohl sie ein Interesse haben, die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft zu erhalten“, erklärt die Hauptautorin der Studie Dr. Nataliya Stupak vom Thünen-Institut. So zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass die im Ackerbau erworbene, tief verwurzelte Überzeugung, dass Felder „ordentlich“, d.h. gleichmäßig dicht im Aufwuchs und ohne „Unkräuter“, aussehen sollten, auch auf Maßnahmen zum Umwelt- und Naturschutz übertragen wird. Beispielsweise führen die Vorgaben der staatlichen Förderprogramme bei Blühstreifen in den Augen der befragten Landwirte dazu, dass sich diese nicht so entwickeln können, wie sie es für richtig halten. Zudem unterschätzen einige der befragten Landwirte den ökologischen Wert von „unordentlichen“ Flächen wie Brachen und extensiv bewirtschafteten Ackerkulturen für die Biodiversität, für andere ist es nicht nachvollziehbar, dass solche im landwirtschaftlichen Sinne unproduktiven Flächen überhaupt etwas für die Natur bringen.

Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

 

31.07.2020