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Raumnutzung und Habitatansprüche der Wildkatze in Deutschland

Aus der Schwerpunktausgabe 4-2018 "Die Wildkatze in Deutschland"

Raumnutzung und Habitatansprüche der Wildkatze in Deutschland
Neue Grundlagen zur Eingriffsbewertung einer streng geschützten FFH-Art

Von Malte Götz, Saskia Jerosch, Olaf Simon und Sabrina Streif

Viele Telemetriestudien in Mitteleuropa zeigten eine enge Bindung der Wildkatze an meist laubholzgeprägte Waldlebensräume. Neue Studien belegen, dass offenlandgeprägte Kulturlandschaften mit nur geringem Waldanteil (2 – 23 %) und in Entfernungen von bis zu 4 km zu Waldlebensräumen alle Funktionen eines Wildkatzenlebensraums inklusive Reproduktion erfüllen können. Die Rohdatensätze ­besenderter Wildkatzen aus verschiedenen Telemetriestudien in Deutschland wurden methodisch einheitlich ausgewertet unter Einschluss von Wald- und Offenlandlebensräumen. Während Kater in beiden Lebensräumen 1 200 ha beanspruchen, weisen weibliche Wildkatzen im Wald einen Raumbedarf von 500 ha und im Offenland von 200 – 300 ha auf. In offenlandgeprägten Kulturlandschaften ist somit in kleineren Arealen hoher Strukturvielfalt mehr als bisher angenommen mit dem Vorkommen etablierter und reproduzierender ­Wildkatzenweibchen zu ­rechnen. Dieser erweiterte Kenntnisstand bedeutet für die Eingriffsbewertung, dass die streng geschützte Anhang-IV-Art der FFH-Richtlinie in größeren Räumen als bisher in der Eingriffsplanung berücksichtigt werden muss.

DOI: 10.17433/4.2018.50153565.161-169


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3.4.2018