Natur und Landschaft

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Regionales Saatgut von Wiesenpflanzen: genetische Unterschiede, regionale Anpassung und Interaktion mit Insekten

Aus Ausgabe 4-2019
 

Von Walter Durka, Oliver Bossdorf, Anna Bucharova, Mark Frenzel, Julia-Maria Hermann, Norbert Hölzel, Johannes Kollmann und Stefan G. Michalski

Ab dem Jahr 2020 ist bei der Neuanlage von Grasland in der freien Landschaft die Verwendung gebietseigenen Saatguts ("Regiosaatgut") gesetzlich vorgeschrieben. Das Regiosaatgut-Konzept beruht auf der Annahme, dass Pflanzen unterschiedlicher Regionen genetisch verschieden und an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst sind. Wir überprüften dies an sieben Arten aus acht Regionen mit genetischen Markern und in Anzuchtexperimenten. Bei allen Arten waren die Pflanzen aus verschiedenen Regionen genetisch unterschiedlich, wobei Arrhenatherum elatius und Daucus carota schwache, Galium album, Hypochaeris radicata und Centaurea jacea intermediäre, Lychnis flos-cuculi und Knautia arvensis die stärkste Differenzierung zeigten. Bei vier Arten nahmen die Unterschiede mit der Entfernung der Herkünfte oder mit Klimaunterschieden der Regionen zu. Regionale Pflanzen hatten mehr Blüten und Biomasse als nicht regionale. Die Mehrzahl der Arten zeigte abnehmende Fitness und abweichendes Blühverhalten mit zunehmender Entfernung der Herkünfte oder zunehmenden Klimaunterschieden. Auch die Insekten in Blütenköpfen unterschieden sich. Somit sind viele Graslandarten regional angepasst. Die Eignung von Saatgut nimmt mit zunehmender Entfernung zwischen Einsatzort und Herkunftsregion ab.

DOI: 10.17433/4.2019.50153679.146-153

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29.03.2019