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Renaturierung urbaner Räume mit gebietseigenen Wildpflanzen

Aus der Schwerpunktausgabe 4-2021 „Renaturierung als zentrale Aufgabe des Naturschutzes“

Renaturierung urbaner Räume mit gebietseigenen Wildpflanzen

Von Kathrin Kiehl und Roland Schröder

Da in wachsenden Städten immer mehr Grünflächen mit ihren vielfältigen Ökosystemfunktionen durch Innenverdichtung verloren gehen, ­müssen verbleibende Flächen gesichert und ggf. qualitativ so aufgewertet werden, dass die notwendigen Funktionen weiterhin gewährleistet und optimiert werden können. Dabei sollte auch die Begrünung von Gebäuden einbezogen werden. In urbanen Räumen besteht derzeit zwar keine rechtliche Verpflichtung zur Verwendung von Wildpflanzensaat- oder -pflanzgut gebietseigener Herkunft. Um die Artenvielfalt der Vegetation zu steigern und die Habitatqualität für regionaltypische Tierarten zu verbessern, kann es aber sinnvoll sein, auf artenarmen Flächen gebietseigene Wildpflanzen einzubringen. Wildpflanzenansaaten im Rahmen des Osnabrücker BienenBündnis haben gezeigt, dass Insekten davon profitieren können. Auf einer urbanen Rückbaufläche konnten sich neben den angesäten Wildpflanzen auch Magerrasenarten aus der Samenbank etablieren. Seit 2015 laufende Versuche zeigen, dass gebietseigene Wildpflanzenarten nordwestdeutscher Sandtrockenrasen durch Ansaat neu entwickelter Saatmischungen und Übertragung diasporenhaltigen Rechguts von historisch gewachsenen Magerrasen auch auf Dächern angesiedelt werden können. Der Einfluss unterschiedlicher Dachaufbauten, Substrate und Sonderstrukturen (Totholz, Sandlinsen) auf die langfristige Entwicklung der Vegetation und die Nutzung durch Insekten muss jedoch weiter untersucht werden.

DOI: 10.17433/4.2021.50153905.209-216


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31.3.2021