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Spontanvorkommen der Silphie im Bayreuther Raum: birgt diese neue Bioenergiepflanze ein Invasionspotenzial?

Quelle/Bild: Foto: L. Marie Ende

Aus Ausgabe 7-2020

L. Marie Ende und Marianne Lauerer

Die aus dem östlichen Nordamerika stammende Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum) wird in Deutschland zunehmend anstelle von Mais (Zea mays) als neue Bioenergiepflanze mit vielen ökologischen Vorteilen angebaut. Aufgrund ihrer Wüchsigkeit und ihres hohen Reproduktionsvermögens könnte sie jedoch ein Invasionspotenzial aufweisen. In der vorliegenden Studie wurden Spontanvorkommen der Silphie in der Umgebung bestehender Anbauflächen im Bayreuther Raum kartiert. Bei 13 der 15 untersuchten Anbauflächen wurden im 20-m-Umkreis insgesamt fast 3 500 spontan auftretende Silphie-Pflanzen dokumentiert. Die Nahausbreitungsdistanz betrug im Mittel 6 m (Median). Einzelne Individuen wurden aber auch in bis zu 700 m Entfernung zur nächsten Anbaufläche kartiert. Am häufigsten wurden Offenlandbiotope, aber auch Wälder und Gehölzstrukturen sowie Schotter- und Pflasterwege besiedelt. 62 Individuen (2 %) hatten bereits einen oder mehrere Stängel und zum Teil Blüten gebildet. Ein Invasionspotenzial der Silphie kann somit bislang nicht ausgeschlossen werden.

Silphium perfoliatum – Invasionspotenzial – Spontanvorkommen – Ausbreitung – Biogaspflanze – Gebietsfremde Art

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1.7.2020