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Tag der Katze: BUND rollt der Wildkatze den "grünen Teppich" aus

Zum Internationalen Tag der Katze am 8. August

Wildkatzenwanderwege zwischen Wäldern funktionieren. Diese Zwischenbilanz zieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach 15 Jahren Engagement in seinem "Rettungsnetz Wildkatze". Insgesamt 25 Waldverbindungen aus Büschen und Bäumen hat der BUND seit 2004 mit Hilfe hunderter Freiwilliger gepflanzt. Diese grünen Korridore erleichtern der gefährdeten Europäischen Wildkatze in inzwischen sechs von elf Bundesländern mit Wildkatzenvorkommen das Wandern zwischen ihren isolierten Lebensräumen. Das bundesweite genetische Monitoring des BUND hat mehrfach belegt, dass die gepflanzten Waldverbindungen angenommen werden.

"Die Vernetzung von Wäldern ist ein Erfolgsrezept für den Schutz seltener Arten wie der Wildkatze. Wir ermöglichen es den Tieren, neue Lebensräume zu erobern und stabile Populationen zu bilden", so Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. "Angesichts des Artenrückgangs auch vor unserer Haustür ist das ein wahrer Lichtblick."

Begleitet wird die Vernetzung der Wälder im BUND-"Rettungsnetz Wildkatze" durch eine systematische Wildkatzen-Inventur. Insgesamt mehr als 4.800 Wildkatzen-Haarproben in elf Bundesländern wurden vom BUND bereits – auch auf den neu geschaffenen Waldverbindungen – zusammengetragen und vom Forschungsinstitut Senckenberg analysiert. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung: "Mit dem `Rettungsnetz Wildkatze` ist es erstmals gelungen, genetische Daten zu fast 1.300 einzelnen Wildkatzen in ganz Deutschland in einer Datenbank zusammenzutragen. Das ist ein echter Meilenstein in der Erforschung dieser seltenen Tiere – und damit auch unserer biologischen Vielfalt." In Deutschland gibt es nach Schätzungen 6.000 bis 8.000 Wildkatzen.

Die Europäische Wildkatze in Deutschland zu erhalten und zu schützen, darf aus Sicht des BUND aber nicht allein in den Händen von Naturschutzverbänden und Forschung liegen. "Wir haben gezeigt, dass Waldvernetzung machbar ist und funktioniert. Genauso wichtig ist, den Lebensraum Wald selbst zu verbessern: Wildkatzen brauchen naturnahe Laubmischwälder, keine naturfernen Fichten- und Kiefernforste, die angesichts der Klimakrise aktuell massenhaft zusammenbrechen. Dahingehend müssen wir unsere Wälder dringender denn je umbauen. Wir haben mit dieser schönen Tierart einen Schatz in unseren Wäldern. Es liegt in unser aller Verantwortung, der Wildkatze und vielen anderen gefährdeten Tierarten den Raum zu geben, den sie zum Überleben brauchen", appelliert Weiger an Entscheiderinnen und Entscheider in Politik, Forstwirtschaft und Jagd. 

Mehr Informationen

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


 

Lesen Sie auch unsere Schwerpunktausgabe 4/2018:

Die Wildkatze in Deutschland

Forschungsergebnisse zu Genetik, Raumnutzung und Habitatpräferenzen sowie Erkenntnisse zum Erhaltungszustand der Wildkatze und zu den Gefährdungsursachen in Deutschland. Aus dem abgeschlossenen Projekt „Wildkatzensprung“ des BUND im Bundesprogramm Biologische Vielfalt werden Erfahrungen mit der Vernetzung von Waldlebensräumen sowie mit dem ehrenamtlichen Engagement der Zivilgesellschaft beim Biotopmanagement und der Erfassung der Wildkatze in Deutschland präsentiert.

Folgende Fachbeiträge finden Sie in dieser Ausgabe:

  • Status der Wildkatze in Deutschland
    Von Sandra Balzer, Thomas Mölich, Sabrina Streif, Annika Tiesmeyer, Jürgen Thein und Carsten Nowak
  • Hybridisierung, genetische Vielfalt und Populationsabgrenzung der Wildkatze in Deutschland
    Von Annika Tiesmeyer, Katharina Steyer, Annette Kohnen, Tobias Erik Reiners, Thomas Mölich, Burkhard Vogel und Carsten Nowak
  • Raumnutzung und Habitatansprüche der Wildkatze in Deutschland
    Neue Grundlagen zur Eingriffsbewertung einer streng geschützten FFH-Art

    Von Malte Götz, Saskia Jerosch, Olaf Simon und Sabrina Streif
  • Die Wildkatze als Zielart für den Waldbiotopverbund am Beispiel des Langzeitprojekts „Rettungsnetz Wildkatze“
    Von Thomas Mölich und Burkhard Vogel
  • Motivationen für freiwilliges Engagement im Citizen Science-Projekt „Wildkatzensprung“
    Von Nicola Moczek

07.08.2019