Natur und Landschaft

Aktuelles

UN-Dekade Biologische Vielfalt: Projektwettbewerb

Herzstück der Aktivitäten der UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland ist der Projektwettbewerb. Eine Fachjury aus Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zeichnet jede Woche ein Projekt aus, das sich in besonderer Weise für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung oder Vermittlung der biologischen Vielfalt einsetzt. Die Auszeichnung soll auf vorbildliche Aktivitäten aufmerksam machen und motivieren, ebenfalls aktiv zu werden. Der Titel Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt wird für zwei Jahre verliehen. Aus den Wochenprojekten wird per Internet-Abstimmung jeden Monat ein Projekt des Monats gewählt. (An der Wahl der Monatsprojekte kann jeder teilnehmen. Die Abstimmung erfolgt durch ein Online-Voting auf der Webseite der UN-Dekade). Aus den Monatsprojekten wählt die Fachjury der UN-Dekade einmal jährlich das Projekt des Jahres.

Für den Wettbewerb „Biologische Vielfalt“ gibt es regelmäßig neue Schwerpunktthemen. Für 2019/2020 lautet das Schwerpunktthema der UN-Dekade Biologische Vielfalt „Insekten schützen – gemeinsam für die Vielfalt der Natur“.
Projekte zu anderen Themen sind aber selbstverständlich immer auch willkommen.

PDF-Datei: Kurzbeschreibungen und Links zu ausgezeichneten Projekten zum Schwerpunktthema „Insekten“

Gesamtliste aktuelle Projekte und Beiträge

Beiträge
Kleinere punktuelle Einzelbeiträge oder Aktionen (z. B. Aktionstage, Buchprojekte o. Ä.) können sich als Beitrag zur UN-Dekade Biologische Vielfalt beteiligen. Über Beiträge bestimmen die Geschäftsstelle der UN-Dekade und das Bundesamt für Naturschutz auf direktem Weg. So können Publikationen zum Erscheinungsdatum und einmalige Veranstaltungen im Vorfeld mit dem Prädikat „UN-Dekade-Beitrag“ für sich werben.

Teilnahme

Jeder kann mitmachen. Bewerben können sich Einzelpersonen oder Initiativen, institutionelle Projektträger wie Verbände, Stiftungen und Unternehmen sowie staatliche und nicht-staatliche Organisationen. Teilnehmen können sowohl ehrenamtliche Projekte und Beiträge mit kleinem Budget als auch institutionell getragene und finanzierte Projekte.

Die Bewerbung zum Projektwettbewerb der UN-Dekade Biologische Vielfalt erfolgt in wenigen Schritten direkt über die Webseite. Neben einer Projektbeschreibung werden Angaben zum Einreicher und Projektträger sowie zu evtl. Fördergebern erfragt. 

CHECKLISTE FÜR IHRE BEWERBUNG

  • Liegt der Handlungs- oder Bildungs-Schwerpunkt Ihres Projekts/Beitrags in Deutschland?
  • Trägt Ihr Projekt/Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität bei (Artenschutz, Biotopschutz, nachhaltige Nutzung)?
  • Wie kommuniziert Ihr Projekt/Beitrag das Thema biologische Vielfalt in der Öffentlichkeit (Internetseite, Medienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit)?
  • Wer ist in das Projekt/den Beitrag eingebunden (unterschiedliche Akteure und Interessengruppen, Ehrenamt, Verknüpfung mit anderen Projekten)?
  • Ist das Projekt innovativ (Inhalte, Maßnahmen, Kooperationen, Zielgruppen, Kommunikation)?
  • Ist das Projekt langfristig (Konzeption, Projektträgerschaft, Finanzierung)? (Gilt nicht für „Beiträge“.)
  • Welchen Bezug hat Ihr Projekt/der Beitrag zum Schwerpunktthema?
  • Liegen bereits sicht- bzw. nachvollziehbare Zwischen- oder Endergebnisse vor? (Beiträge müssen sich für die Bewerbung noch nicht in der Umsetzung befinden, das künftige Ergebnis jedoch deutlich absehbar sein.) 
  • Wird in der Beschreibung Ihres Projekts/Beitrags der Bezug zur biologischen Vielfalt hergestellt und werden die Begriffe „Biologische Vielfalt“ oder „Biodiversität“ verwendet?

Jetzt bewerben und Projekt einreichen

 

SCHWERPUNKTTHEMA 2019/2020

Insekten – die artenreichste Tiergruppe mit wichtigen Leistungen

Für 2019/2020 lautet das Schwerpunktthema der UN-Dekade Biologische Vielfalt „Insekten schützen – gemeinsam für die Vielfalt der Natur“. Wir suchen Projekte, die zum Schutz von Insekten beitragen, ihre Lebensbedingungen verbessern und Wissen über die Arten und ihre Bedeutung für die biologische Vielfalt, die Ökosysteme und unsere Ernährung vermitteln.

Etwa 70 Prozent aller Tierarten in Deutschland sind Insekten, darunter Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Ameisen und Fliegen. Sie bestäuben Blüten, sind wichtige Gegenspieler von „Schadinsekten“, bauen organische Masse ab, verbessern Böden und reinigen Gewässer. Circa 80 Prozent der Nutzpflanzen und mehr als 90 Prozent der Wildpflanzen sind ganz oder teilweise von Bestäubung abhängig.

Zahlreiche Tiere ernähren sich von Insekten. Dazu zählen viele Vögel, aber auch Kleinsäuger wie Igel, Mäuse und Maulwürfe sowie Fische, Frösche und Lurche. Seit Jahren gehen die Häufigkeit und Verbreitung vieler Insektenarten stark zurück, und auch die Artenvielfalt der Insekten in vielen Lebensräumen nimmt ab. Die Ursachen sind vielfältig und komplex. Der Verlust oder die Verschlechterung ihrer Lebensräume, mangelnde Strukturvielfalt, der Rückgang vieler Wildpflanzen, der Einsatz von Pestiziden, der Eintrag von Nähr- und Schadstoffen in Böden und Gewässer sowie die zunehmende Lichtverschmutzung spielen eine Rolle.

In den Jahren 2019 und 2020 stellt die UN-Dekade Biologische Vielfalt daher Insekten besonders in den Fokus. Wir möchten gute Praxisbeispiele verbreiten sowie unterschiedliche Akteure miteinander in Kontakt zu bringen, um neue Aktivitäten und zusätzliches Engagement anzustoßen.

DIE THEMENFELDER

Lebensräume für Insekten und insektenfreundliche Bewirtschaftung

Die Wiederherstellung, Verbesserung und Vernetzung strukturreicher Lebensräume für Insekten ist eine zentrale Aufgabe. Diese Lebensräume können sich in Agrarlandschaften und ländlichen Gebieten befinden aber auch in städtischen Räumen im Bereich von Parks und Gartenanlagen oder auf Betriebsflächen öffentlicher Einrichtungen oder privater Unternehmen. Häufig verbindet sich die Erhaltung oder Verbesserung entsprechender Lebensräume mit Bewirtschaftungs- und Pflegeformen, die die Lebensbedingungen von Insekten begünstigen oder ihnen zumindest nicht schaden, in der Stadt und auf dem Land.
 

Kommunikation und Bildung zu Insekten und ihrer Vielfalt

Die große Vielfalt an Insekten und ihre enormen Leistungen für die Ökosysteme und unsere Gesellschaft sind vielen Leuten nicht bewusst. Dieses bekannter und interessanter zu machen, darin liegt eine wichtige Herausforderung für Maßnahmen der Kommunikation und Bildung. Ebenso ist bei den Insekten, der artenreichsten Klasse im Tierreich überhaupt, Wissen zu den spezifischen Gruppen und Arten sowie ihren Lebensbedingungen besonders wichtig. Ohne dieses taxonomische Know-how zu den verschiedenen Bienen, Käfern oder Schmetterlingen ist ihre Erhaltung oft kaum möglich.
 

Erhaltung spezifischer Insektengruppen oder Insektenarten

Bei der enormen Vielfalt von fast einer Millionen Arten sind Insekten in beinahe jedem Lebensraum präsent. Einige dieser Tiere sind weit verbreitet, andere sind hingegen stark spezialisiert und auf spezifische Lebensbedingungen angewiesen. Gerade diese Spezialisten sind oft für das Funktionieren von Ökosystemen wesentlich. Ihre Erhaltung kann zum Teil besondere Maßnahmen erfordern. Von gezielten Aktivitäten zugunsten dieser Arten profitieren meist auch andere Insekten- und Tierarten.

UN-Dekade Biologische Vielfalt 
... auf  Twitter
... auf  Facebook


 

♦ Lesen Sie zu diesem Thema auch das Schwerpunktheft 6/7-2019 von Natur und Landschaft:

Rückgang der Insektenvielfalt. Fakten, Folgen und Handlungserfordernisse

  • Insektenvielfalt und ihre Funktion in Ökosystemen
    von Thomas Schmitt
  • Zur ökonomischen Bedeutung der Insekten und ihrer Ökosystemleistungen
    von Bernd Hansjürgens, Christoph Schröter-Schlaack und Josef Settele
  • Analyse der bundesweiten Roten Listen zum Rückgang der Insekten in Deutschland
    von Melanie Ries, Timm Reinhardt, Ursula Nigmann und Sandra Balzer
  • Insektenvielfalt und ökologische Prozesse in Agrar- und Waldlandschaften
    von Christoph Scherber, Hannah Reininghaus, Jana Brandmeier, Georg Everwand, Vesna Gagic, Tabea Greiwe, Urs G. Kormann, Michael Meyer, Stefanie Nagelsdiek, Verena Rösch, Stephanie Sobek-Swant, Carsten Thies und David Ott
  • Bestandsrückgänge von Insekten in Schutzgebieten – bisherige Erkenntnisse aus einem laufenden Forschungsprogramm
    Martin Sorg, Axel Ssymank und Thomas Hörren
  • Insektenrückgang und -schutz in den fragmentierten Landschaften Mitteleuropas
    Thomas Fartmann, Dominik Poniatowski, Gregor Stuhldreher und Merle Streitberger
  • No Insect Respect. Eine kritische Analyse der Risikobewertung und -regulierung von Pflanzenschutzmitteln vor dem Hintergrund des Insektenrückgangs
    von Klaus Swarowsky, Steffen Matezki, Tobias Frische und Jörn Wogram
  • Handlungsperspektiven für eine insektenfreundliche Landnutzung
    von Rainer Oppermann, Constanze Buhk und Sonja Pfister
  • Was tun gegen das Insektensterben? Empfehlungen für naturschutzfachlich wertvolle Flächen
    von Thorsten Aßmann, Jörn Buse, Claudia Drees, Katharina Homburg und Dorothea Nolte
  • Instrumente der Datenerhebung und Handlungsfelder zur Verbesserung der Datenlage zu Insekten im Naturschutz
    von Sandra Balzer und Wiebke Züghart
  • Bestandsentwicklungen und Schutz von Insekten. Analysen und Aussagen des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)
    von Josef Settele
  • Der Verlust der Insektenvielfalt – ein Kommentar der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE)
    von Jürgen Gross und Olaf Zimmermann

Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦

12.11.2019