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Verteidiger des Wassers: Scientists4wfd

Europa-Appell: 5.700 Wissenschaftler fordern EU-Kommission auf, Wasserrecht zu verteidigen.
WWF: Kein New Green Deal ohne gesunde Flüsse und Seen.

We, the undersigned scientists, stand for the preservation of the EU clean water law, the Water Framework Directive.

We are academics who are concerned about the state of Europe’s freshwater ecosystems and the biodiversity they house. 60% of surface waters in the EU are currently not in good status and freshwater species are also amongst the most threatened in Europe.

The aim of this group is to capture the concerns of many scientists based in Europe. We urge EU Member States and this new European Commission to preserve the Water Framework Directive in its current form, as the key to ensuring that freshwater ecosystems and all the ecosystems they feed are healthy and resilient for nature and people.

https://scientists4wfd.com/

 

Über 5700 Wissenschaftler aus ganz Europa haben in einer gemeinsamen Erklärung die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten aufgefordert, geltende Gesetze zum Schutz der Wasserressourcen und entsprechender Ökosysteme endlich umzusetzen. Initiiert wurde der Appell von der Naturschutzorganisation WWF. Anlass ist zum einen der katastrophale Zustand der europäischen Flüsse, Seen und Feuchtgebiete. Außerdem befürchtet der WWF eine „getarnte Abschwächung“ der Gesetze zum Schutz des Wassers in Europa.

Noch in 2019 wird ein sogenannter „Fitnesscheck“ für die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in die Endphase eintreten. Im Rahmen dieses EU-Prozesses soll beurteilt werden, ob die Vorgaben zum Wasserschutz noch relevant und zweckmäßig sind. Die Bewertung der EU-Kommission wird für kommende Woche erwartet. Der WWF befürchtete, dass am Ende dieses Prozesses eine als Reform getarnte Aufweichung des Gewässerschutzes in ganz Europa steht. „Wir fordern die Mitgliedstaaten und die neue Europäische Kommission auf, die Wasserrahmenrichtlinie in ihrer derzeitigen Form als Schlüssel für einen wirksamen Schutz der europäischen Gewässer und ihrer Lebensgemeinschaften zu erhalten“, heißt es daher in der Erklärung der Wissenschaftler. 

Deutscher Mit-Zeichner des Appells ist Prof. Dr. Dietrich Borchardt, Leiter der Wasserforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung-UFZ: „Die Nutzung der Wasserressourcen und die Inanspruchnahme der aquatischen Ökosysteme in Europa ist in vielen Aspekten nach wie vor nicht nachhaltig. Nahrungsmittelproduktion, Rohstoffgewinnung, demografische Entwicklungen, Konsumverhalten und Energiebedarf fordern immer höheren Tribut. Hinzu kommen Klimawandel und die Klimaanpassung, die auf das engste an das Thema Wasser gekoppelt sind. Zu lösen sind diese großen Herausforderungen nur mit qualitativ hochwertigen, sektorübergreifenden Systemlösungen, so wie sie die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert und ermöglicht. Sie abzuschwächen wäre fatal, sie sehr viel konsequenter umzusetzen, ist mehr denn je notwendig.“

Der WWF forderte die EU-Staaten auf, den Appell der Wissenschaftler nicht zu ignorieren. Die Gesetzte zum Schutz der europäischen Wasservorkommen müssten endlich konsequent umgesetzt, anstatt aufgeweicht werden. „Die EU-Mitgliedstaaten und die Interessengruppen der Wirtschaft nutzen den Fitnesscheck der Wasserrahmenrichtlinie, um auf schwächere Umweltstandards hinzuwirken. Das Schweigen der Europäischen Kommission ist ohrenbetäubend.  Der Appell der Wissenschaft muss zum Weckruf für Von der Leyens neue EU-Kommission werden. Dieses Gesetz ist das richtige Instrument zum Schutz der europäischen Flüsse, jede Schwächung würde den European Green Deal ernsthaft gefährden“, so Beatrice Claus vom WWF.

Die Erklärung wird von zwölf wissenschaftlichen Gremien, die mehr als 5.000 Wissenschaftler, davon 950 aus Deutschland, vertreten, und von fast 500 einzelnen Wissenschaftlern unterstützt.

Liste der Unterzeichner: https://scientists4wfdcom.files.wordpress.com/2019/12/full-list-of-signatories-1.pdf

WWF (World Wide Fund For Nature) Deutschland

 

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Wasserrahmenrichtlinie auf dem Prüfstand: IGB Policy Brief empfiehlt Festhalten an den Zielen und verbesserte Umsetzung

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"Ziele, Inhalte, Ergebnisse und Konsequenzen des „Fitness-Checks“ der EU-Naturschutzrichtlinien" von Kreiser et al. in  Natur und Landschaft, Ausgabe 11-2018
Konstantin Kreiser ist Leiter der Abteilung globale und EU-Naturschutzpolitik in der NABU-Bundesgeschäftsstelle, Berlin

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06.12.2019