Natur und Landschaft

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Vorschau auf Ausgabe 11-2019

Quelle/Bild: © Verlag W. Kohlhammer.

Vorschau auf Ausgabe 11-2019

Folgende Fachbeiträge erwarten Sie in dieser Ausgabe:

  • Stefanie Heinze, Peter Finck, Ulrike Raths, Uwe Riecken und Axel Ssymank
    Analyse der Gefährdungsursachen von Biotoptypen in Deutschland

    Im Mai 2017 hat das Bundesamt für Naturschutz die 3. Fassung der „Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands“ mit Angaben zu Gefährdungsfaktoren veröffentlicht. Mit diesem Beitrag wird eine umfassende Auswertung der Relevanz der verschiedenen Gefährdungen nach den Hauptgruppen der Biotopgliederung vorgelegt. Es zeigt sich, dass viele der in der 2. Fassung der Roten Liste von 2006 bereits angesprochenen Entwicklungen weiter bestehen oder sich sogar verstärkt haben. Hauptgefährdung bleibt die intensive Landnutzung insbesondere für Offenlandbiotoptypen und in geringerer Intensität für Wälder. Eine höhere Relevanz für die Gefährdung von Biotoptypen bekommt die Freizeitnutzung in den Hochlagen der Alpen. Der Klimawandel wird bei allen Hauptgruppen als Gefährdungsursache benannt mit besonders hoher Relevanz für die Biotoptypen der Alpen. Es sind aber auch Verbesserungen zu erkennen, beispielsweise bei den Gewässern u.?a. durch die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Allerdings wirken auch auf gesetzlich geschützte Biotoptypen und Schutzgebiete Einflüsse von außen. Eine Analyse der Bedeutung von Stickstoffeinträgen zeigt besonders hohe Gefährdungsgrade bei stickstoffempfindlichen Biotoptypen. Die vorliegende Auswertung legt insgesamt bedeutsame Gefährdungsfaktoren offen und ist eine Handlungsaufforderung in Richtung Politik und Verwaltung.
     
  • Norman Wagner, Vanessa Schulz, Sebastian Steinfartz, Timm Reinhardt, Miguel Vences, Stefan Lötters, Lutz Dalbeck, Heidrun Düssel-Siebert, Maike Guschal, Kai Kirst, Dagmar Ohlhoff, Josef Wegge und Michael Veith
    Aktuelle Erkenntnisse zum Status der Salamanderpest in Deutschland

    Amphibien – die global am stärksten zurückgehende Wirbeltierklasse – sind besonders durch pathogene Chytridpilze bedroht. Der vermutlich aus Asien stammende Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) breitet sich seit seiner Entdeckung in Mitteleuropa aus. Er verursacht letale Hauterkrankungen (Chytridiomykosen) und Bsal-bedingtes Massensterben beim Feuersalamander (Salamandra salamandra). Infizierte Feuersalamander sterben oft innerhalb weniger Wochen, weshalb man von der Salamanderpest spricht. In Deutschland hat Bsal in Nordrhein-Westfalen (Nordeifel und Ruhrgebiet) zu Bestandrückgängen beim Feuersalamander geführt. Eine Ausbreitung von Bsal in Rheinland-Pfalz (südliche Eifel) ist derzeit zu beobachten und ein Bsal-bedingtes Verschwinden von Salamanderpopulationen in dieser Region scheint wahrscheinlich. Einheimische Molche können an Bsal erkranken, überleben dies aber teilweise (abhängig von Art und Infektionsstärke). Sie können das Pathogen auf diese Weise als Träger auch außerhalb des Areals des Feuersalamanders ausbreiten. Die bisherigen Beobachtungen im Freiland deuten auf komplexe Infektionsverläufe und schwer vorhersagbare Populationseffekte hin.
     
  • Janneke R. Westermann, Doreen Schmiedel, Volker Scherfose und Goddert von Oheimb
    Prozessschutz oder Artenschutz? Betrachtungen eines aktuellen Zielkonflikts in deutschen Nationalparks mit besonderem Fokus auf Neobiota

    In dieser Studie wird das Management von Neobiota und Zielarten in den Naturdynamik- und Entwicklungszonen der terrestrischen Nationalparks (NLP) in Deutschland untersucht. Damit steht das in den NLP auftretende Spannungsverhältnis zwischen dem Ziel des Prozessschutzes und der Durchführung von Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität im Fokus. Anhand einer Erhebung von Grundlagendaten in 12 der 16 deutschen NLP wurden Übersichten der in den NLP vorkommenden Neobiota und der im Zeitraum 2006 – 2016 durchgeführten Maßnahmen gegen Neobiota und für Zielarten erstellt. Weiterhin wurden zwei Entscheidungsfindungsverfahren entwickelt, anhand derer die Maßnahmen bewertet wurden. Die Studie belegt, dass der Vorsorge im Zusammenhang mit Neobiota in den NLP bisher zu wenig Gewicht gegeben wird. Weiterhin ist erkennbar, dass der untersuchte Zielkonflikt derzeit in fast allen betrachteten NLP besteht. Er kann durch eine Reduktion der Anzahl bzw. der Intensität von Maßnahmen vermindert oder ggf. durch eine Neuzonierung gelöst werden. Für die Bewertung gebietsfremder Arten ist zudem das zugrunde gelegte Konzept von Natürlichkeit, das eine historische oder aktualistische Perspektive haben kann, eine wesentliche Bezugsgrundlage.
     
  • Beate Adam und Sven Mögeltönder-Löwenberg
    Woher kommen Fische, wohin schwimmen sie? Einsichten aus Markierungsprojekten mit PIT-Tag-Transpondern in deutschen Gewässersystemen

    Zum Verhalten wild lebender Fische und Neunaugen gibt es kaum verlässliche Daten. Bisherige Methoden zur Markierung einzelner Tiere waren wenig schonend und beeinträchtigten deren Verhalten. Abhilfe kann hier die RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) schaffen: Mit PIT-Tags (Passive Integrated Transponder) lassen sich Tiere lebenslang gut verträglich kennzeichnen. Im Beitrag werden neue und überraschende Erkenntnisse zum Ausbreitungs- und Wanderverhalten von Fischen und Neunaugen vorgestellt, die mit Hilfe von Individuen gewonnen wurden, welche mit PIT-Tags markiert waren. Darüber hinausgehendes Wissen ließe sich mit Hilfe einer zentralen Datenbank generieren: Diese würde es ermöglichen, die Herkunft aufgefundener Transponder zu ermitteln; damit könnte man die Wanderwege und Schicksale der Träger rekonstruieren – auch über die Grenzen von Untersuchungsgebieten und Projektlaufzeiten hinaus.

Außerdem finden Sie im Rubrikenteil der Printausgabe sowie auch im Rahmen des Online-Abonnements viele aktuelle Informationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • aus der Rubrik "Neues aus dem Bundesamt für Naturschutz":
    "
    Wälder im Klimawandel: Steigerung von Anpassungsfähigkeit und Resilienz durch mehr Vielfalt und Heterogenität. Ein Positionspapier des Bundesamtes für Naturschutz" von Anke Höltermann und Beate Jessel (BfN);
  • aus der Rubrik "Nationale Biodiversitätsstrategie":
    "
    Insekten-Call" des BfN: 100 Ideen zum Insektenschutz vom BfN;
  • aus der Rubrik "Nachrichten und Kommentare":
    Bundesregierung beschließt Aktionsproramm Insektenschutz" (LNV, NABU BW);"
  • aus der Rubrik "Meinungen und Stellungnahmen":
    "Leserbrief zum Beitrag „Grundlagen einer Integration von Ökosystemen und Ökosystemleistungen in die Umweltökonomische Gesamtrechnung in Deutschland" von Karsten Grunewald et al. in Natur und Landschaft 8-2019: 330 – 338 von Dr. Olaf von Drachenfels, NLWKN Hannover, und Antwort der Autoren des Beitrags;
  • aus der Rubrik "Natur und Recht":
    "
    Strategische Umweltprüfung für Natura-2000-Pläne?" von Dr. Stefan Möckel (UFZ)
  • aus der Rubrik "Publikationen und Medien":
    "Gonstalla E. (2019): Das Klimabuch. Alles, was man wissen muss."

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31.8.2019