Natur und Landschaft

Aktuelles

Wer findet die Wechselkröte?

Quelle/Bild: André Günther.

Hätten Sie gewusst, dass es in Sachsen eine Kröte gibt, die ihre Farbe wechseln kann? Die Wechselkröte ist eine wahre Verwandlungskünstlerin und durch den Verlust ihrer Lebensräume stark gefährdet. Zum Schutz der Wechselkröte hat das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Ende April in Dresden eine Mitmachaktion gestartet. Wer eine Wechselkröte entdeckt, soll den Fund bitte an das LfULG melden.

Die Suche nach der Wechselkröte kann mit beliebten Freizeitaktivitäten verbunden werden, da die inzwischen selten gewordene Krötenart zum Beispiel an Baggerseen angetroffen werden kann. In ländlichen Siedlungen kann die Amphibie auch in Dorf- und sogar hin und wieder in Gartenteichen beobachtet werden.

Wechselkröten sind sogenannte Spätlaicher. Ihre Hauptlaichzeit ist im Mai, wenn bei anderen Arten wie der Erdkröte die Laichphase bereits vorbei ist. Nach dem Laichen kann man Wechselkröten auch noch den Sommer über finden. Sobald die Temperaturen in den zweistelligen Bereich klettern, beginnen sie in der Dämmerung auf Nahrungssuche zu gehen.

Die Wechselkröte (Bufotes viridis) ist bis zu zehn Zentimeter lang. Markant ist ihr auffallendes, dunkelgrünes bis bräunliches Fleckenmuster auf weißlichem Untergrund, das sie abhängig von ihrer Umgebung von hell nach dunkel wechseln kann. Ein weiteres Merkmal, das ins Auge sticht, ist die grüne Iris der Wechselkröte. Die deutlich größeren und schwereren Weibchen zeigen in der Regel ein besonders kontrastreiches Fleckenmuster. Die kleineren Männchen machen während der Paarungszeit im Mai mit ihren melodischen, trillernden Rufen auf sich aufmerksam. Die Wechselkröte kann mit der Kreuzkröte verwechselt werden. Den Unterschied kann man zum Beispiel daran erkennen, dass die Kreuzkröte eine schmale gelbe Rückenlinie hat. Wer eine Kreuzkröte findet, kann den Fund ebenfalls gerne melden.

Die Wechselkröte war in Sachsen relativ weit verbreitet. Mit dem Rückgang von offenen Brachflächen und dem zunehmenden Verlust geeigneter Laichgewässer haben die Fundmeldungen in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich abgenommen. Von dieser Entwicklung sind nahezu alle Amphibien in Sachsen betroffen. Neben dem Verlust der Lebensräume hat ihnen die extreme Trockenheit der letzten Jahre zugesetzt. Kreuz- und Wechselkröte gelten in Sachsen aufgrund ihrer Bestandsrückgänge als stark gefährdete Arten.

Das Verbreitungsgebiet der Wechselkröte erstreckt sich in einem breiten Band über das sächsische Tief- und Hügelland vom Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet bis zum Leipziger Land. Außerdem wird die gesamte Elbeniederung einschließlich des Oberen Elbtals besiedelt. Nur wenige Fundpunkte der Art in Sachsen liegen oberhalb von 300 Metern.
Jede Fundmeldung einer Wechselkröte wird mit einer kleinen Überraschung belohnt.

 

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

 


 

♦ Lesen Sie von Natur und Landschaft auch die Beiträge 

  • „Der nationale Bericht 2019 zu Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie – ein Überblick über die Ergebnisse“ von Müller et al. in Ausgabe 3-2021
  • Stärkung und Vernetzung von Vorkommen der Gelbbauchunke als Leitart für dynamische Offenlandschaften – Ziele und Erfolge eines bundesweiten Projekts“ von Kutter et al. in Ausgabe 7-2020
  • „Aktuelle Erkenntnisse zum Status der Salamanderpest in Deutschland“ von Wagner et al. in Ausgabe 11-2019
  • „Schutz von Amphibienlaichgewässern vor Pestizideinträgen durch Gewässerrandstreifen“ von Wagner, Hendler in Ausgabe 5-2015

Weitere interessante Fachbeiträge finden Sie über die Artikelrecherche. ♦

 

4.5.2021