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Wildkameras ermitteln Verlustursachen von Gelegen der Uferschnepfe (Limosa limosa)

Quelle/Bild: © Foto: Volker Salewski

Aus Ausgabe 2-2019

Von Volker Salewski, Anne Evers und Luis Schmidt

Der Schlupferfolg ist eine wichtige Größe zur Evaluierung von Managementmaßnahmen für gefährdete Vogelarten. Wildkameras erlauben eine permanente Überwachung von Gelegen bei gleichzeitiger Reduzierung von Störungen am Nest. Seit 2013 setzen wir in vier Gebieten an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste Wildkameras ein, um den Schlupferfolg und die Verlustursachen von Gelegen der Uferschnepfe (Limosa limosa) zu ermitteln. Von 326 überwachten Gelegen kamen 44% zum Schlupf während 56% nicht schlüpften. Hauptverlustursache war mit 92% Prädation. In 132 Fällen konnte ein Gelegeprädator auf Artniveau bestimmt werden. Über alle Jahre und Gebiete zusammengefasst war der Fuchs (Vulpes vulpes) (47%) die Hauptverlustursache von Gelegen, gefolgt von Marderhund (Nyctereutes procyonoides) (29%) und Iltis (Mustela putorius) (13%). Die Bedeutung weiterer Prädatoren, wie Dachs (Meles meles), Steinmarder (Martes foina), Wanderratte (Rattus norvegicus), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Mäusebussard (Buteo buteo), Seeadler (Haliaeetus albicilla) und Rabenkrähe (Corvus corone) ist vernachlässigbar. Der Großteil der Verluste war somit auf nachtaktive Säuger zurückzuführen, was bei zukünftigen Planungen zu einem Prädationsmanagement berücksichtigt werden sollte.

 

DOI: 10.17433/2.2019.50153663.59-65

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01.02.2019