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Wuppertal Institut: Diskussionspapier zur Klimapolitik und Klima-Wissensbörse am 20.9.

Am 20. September 2019 entscheidet die Bundesregierung im sogenannten „Klimakabinett“ über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik. Im Vorfeld veröffentlicht das Wuppertal Institut ein neues Diskussionspapier mit dem Titel „Bepreisung der Klimawirkung von Treibhausgasemissionen erfordert Flankierung durch zusätzliche Instrumente und stärker langfristige Ausrichtung“. Es greift die aktuelle Debatte über die zukünftige Ausgestaltung der Klimapolitik in Deutschland auf und fasst, basierend auf umfassenden wissenschaftlichen Analysen, die über die letzten zwei Jahrzehnte durchgeführt worden sind, wesentliche Eckpunkte zusammen, die für einen Erfolg der deutschen Klimapolitik entscheidend sind und bei den Verhandlungen des Klimakabinetts berücksichtigt werden sollten. Insbesondere weist das Diskussionspapier aber darauf hin, dass die aktuelle Fokussierung der politischen und gesellschaftlichen Debatte auf das Erreichen des Minderungsziels für 2030 deutlich zu kurz greift. Viel mehr sind heute schon umfängliche Maßnahmen notwendig bzw. müssen eingeleitet werden, die wesentliche Schritte auf dem Weg zu einem treibhausgasneutralen Wirtschaftssystem vor Mitte des Jahrhunderts ebnen.

Das Wuppertal Institut öffnet am 20.9. von 14:00 bis 18:00 Uhr seine Türen zu einer „Klima-Wissensbörse“ für alle Schülerinnen und Schüler, interessierte Lehrerinnen und Lehrer und alle Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger.

Die Teilnahme an der Klima-Wissensbörse ist kostenfrei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Während der Klima-Wissensbörse können sich alle Besucherinnen und Besucher über die Arbeit des Wuppertal Instituts und weiterer Wuppertaler Nachhaltigkeitsakteure informieren, austauschen und vernetzten.

Informationsstände und Vorträge

An verschiedenen Stationen stehen vier Stunden Expertinnen und Experten des Wuppertal Instituts bereit, um über ihre Arbeit zu informieren und Fragen zu beantworten. So können sich die Gäste beispielsweise zum Thema Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung informieren oder ihren ganz persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnen. Unter dem Motto "Klimaschutz zum Anfassen" wird ein Rundgang durch das Wuppertal Institut angeboten bei dem das Nachhaltigkeitsmanagement vorgestellt wird.

An der Station der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) gibt es Auskünfte zum Talmarkt, Sonnenstrom (PV) und zum Wuppertaler Klimafond. Die Verbraucherzentrale Wuppertal beantwortet vor Ort Fragen rund um Energieberatung. Zum Thema nachhaltige, erneuerbare und dezentrale Energieversorgung in der Region Bergisches Land informiert die die Bergische Bürgerenergiegenossenschaft eG. Der Verein Aufbruch am Arrenberg e.V. stellt seine Aktivitäten aus dem Klimaquartier Arrenberg vor und das Infomationsbüro Nicaragua e.V. informiert über Klimagerechtigkeit in Zentralamerika.

Neben der Klima-Wissensbörse finden zur jeweiligen vollen und halben Stunde Kurzvorträge statt:

- 14:00 Uhr „Verhaltensänderung oder Politikänderung?“
Prof. Dr. Peter Hennicke, Energieexperte und ehem. Präsident des Wuppertal Instituts

- 14:30 Uhr „CO2-Abtrennung aus der Luft als notwendiges Übel?“
Dr. Peter Viebahn, Leiter des Forschungsbereichs Sektoren und Technologien, Wuppertal Institut

- 15:00 Uhr „Wie dick soll's denn sein? Physik der Wärmedämmung. Ohne Wärmedämmung von Gebäuden wird die Energiewende nicht gelingen."
Stefan Bürk, Verbraucherzentrale NRW/Energieberatung Wuppertal

- 15:30 Uhr „Ist Klimaschutz in Deutschland sinnlos, da wir nur 2 Prozent der Emissionen verursachen?“ Dr. Sascha Samadi, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Sektoren und Technologien, Wuppertal Institut

- 16:00 Uhr „Was können wir tun, damit Kunststoff nachhaltiger wird?“ Dr. Holger Berg, Co-Leiter Forschungsbereich Digitale Transformation, Wuppertal Institut

- 16:30 Uhr „Umweltpsychologie und Klimawandel – das Phänomen der ‚Shifting baselines’“, Matthias Wanner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Innovationslabore, Wuppertal Institut

- 17 Uhr "Klimaschutz zum Anfassen" Nachhaltigkeitsmanagement Wuppertal Institut inklusive Rundgang, Thomas Orbach, Leiter Wissenschaftliche Dienste und Organisation, Wuppertal Institut

- 17:30 Uhr „Warum wir beim Klimaschutz den Kopf nicht in den Sand stecken dürfen“ Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts
 

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

18.09.2019


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