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Seite 580 - 588

Friedhöfe in der Metropole Ruhr – wovon hängen Vielfalt der Gefäßpflanzenarten und Vorkommen von Rote-Liste-Arten ab?

Cemeteries in the Ruhr Metropolitan Region – What determines vascular plant species diversity and the occurrence of Red List species?

DOI: 10.19217/NuL2024-12-02 (inkl. Zusatzmaterial) • Manuskripteinreichung: 16.2.2024, Annahme: 19.9.2024

Corinne Buch, Peter Keil und Daniel Hering

Zusammenfassung

Die Untersuchung von 153 Friedhöfen in der Metropole Ruhr zeigt mit 964 Arten der Gefäßpflanzen eine hohe Biodiversität auf. 102 der Arten werden auf der Roten Liste Nordrhein-Westfalens (NRW) und/oder mindestens einer der regionalen Roten Listen des Landes mit Bezug zum Untersuchungsgebiet (im Text als „Rote-Liste-Arten“ bezeichnet und für die statistischen Auswertungen verwendet) in einer der Kategorien 0 = ausgestorben oder verschollen, 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes, R = extrem selten oder V = Vorwarnliste geführt. Für 30 der Arten gilt dies in Hinblick auf die bundesweite Rote Liste. Der Einfluss der Parameter Friedhofstyp, Alter, Flächengröße, Grabanteil und Gehölzanteil auf die Artenvielfalt und den Anteil von Rote-Liste-Arten wurde analysiert. Friedhöfe, die vor 1800 erbaut wurden, zeigen signifikant erhöhte Anteile an Rote-Liste-Arten in ihrem Artenspektrum, während diese bei Friedhöfen mit weniger als 20 % mit Gräbern belegten Parzellen signifikant niedriger sind. Eine Auswertung der Standortbindung der Rote-Liste-Arten auf den untersuchten Friedhöfen zeigt anhand der Angaben in der bundesweiten Roten Liste eine deutliche Präferenz von Offenlandstandorten. Somit stellen sich die Nutzung von Friedhofsflächen für Grabfelder und ein erheblicher Offenlandanteil als entscheidende Faktoren für die Pflanzenartenvielfalt und das Vorkommen von Rote-Liste-Arten heraus. Beide Faktoren können durch gezieltes Management beeinflusst werden. Selbst die negativen Auswirkungen des Wandels der Bestattungskultur können durch planerische Maßnahmen gemildert werden. Von primärer Bedeutung ist jedoch v. a. im urbanen Kontext grundsätzlich die Erhaltung der Friedhöfe.

Friedhöfe – Stadtnatur – urbane Biodiversität – ökologisches Management – Rote Liste – Artenvielfalt – Offenlandbiotope

Abstract

The study of 153 cemeteries in the Ruhr Metropolitan Region reveals high biodiversity with 964 vascular plant species. 102 of the species are on the Red List of North Rhine-Westphalia (NRW) and/or at least one of the regional Red Lists related to the study area (referred to in the text as “Red List species” and used for statistical analysis) in one of the categories 0 = extinct or lost, 1 = threatened with extinction, 2 = critically endangered, 3 = endangered, G = endangerment of unknown extent, R = extremely rare or V = early warning list. 30 species are on the German national Red List. The impacts of a number of parameters on species diversity and the proportion of Red List species were examined; these included cemetery type, age, area size, and the proportions of plots with graves and plots with woody plant cover. Cemeteries established before 1800 exhibit significantly higher proportions of Red List species in their species spectrum, while cemeteries with less than 20 % of plots occupied by graves have significantly lower proportions. The analysis of the habitat preference of the Red List species in the studied cemeteries based on information in the German national Red List reveals a clear preference for open land habitats. Thus, active burial usage and a substantial proportion of open land emerge as decisive factors for plant species diversity and the occurrence of Red List species. Both factors can be influenced by targeted management. Even the negative impacts of changes in burial culture can be mitigated through appropriate planning. However, of primary importance, especially in an urban context, is the fundamental preservation of these areas.

Cemeteries – Urban nature – Urban biodiversity – Ecological management – Red List – Species richness – Open land habitats

Inhalt

1 Einleitung

2 Methoden

3 Ergebnisse

4 Diskussion

5 Schlussfolgerungen

6 Literatur

7 Online-Zusatzmaterial

Dank

1 Einleitung

Der Beitrag von Friedhöfen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Ballungsräumen wird oft unterschätzt, obwohl bereits seit den 1980er-Jahren verschiedene ausführliche Untersuchungen zu diesem Thema vorliegen. So untersuchte Graf (1986) 50 Friedhöfe in West-Berlin floristisch und vegetationskundlich mit dem Ergebnis, dass von den vorgefundenen 690 spontan vorkommenden Gefäßpflanzenarten (einschließlich spontan vorkommenden Zier- und Nutzpflanzen) 128 mit einem Gefährdungsgrad (verschollene, gefährdete und seltene Arten) auf den damaligen Roten Listen Berlins und/oder Deutschlands verzeichnet waren und schlussfolgerte daraus, dass Friedhöfe bedeutsame Refugien und Reliktstandorte seltener und gefährdeter Arten darstellen. Reidl (1989) untersuchte Flora und Vegetation von Friedhöfen in Essen. Seine Ergebnisse flossen in verschiedene Lehrbücher und Broschüren ein (Reidl, Schmidt 1989; Reidl 2014), wobei Handlungsempfehlungen für Planung und Management abgeleitet wurden, z. B. für die Verwendung heimischer Arten bei der Flächen- und Grabgestaltung, für den Schutz von Offenlebensräumen sowie die Erhaltung von Sonderstandorten wie Mauern. Neuere Untersuchungen stammen von Buchholz et al. (2016), Kowarik et al. (2016b), Buch, Keil (2020) oder Buch et al. (2021). Auch über Deutschland hinaus findet die Biodiversität auf Friedhöfen zunehmend Beachtung (Löki et al. 2019). Alle Studien betonen die Einzigartigkeit von Friedhöfen innerhalb der Kulturlandschaft und deren besondere Artenvielfalt und -zusammensetzung.

Im Zuge des Wandels der Bestattungskultur hin zu platzsparenden Bestattungsformen mit geringerem Pflege- und Kostenaufwand entsteht eine Diskussion über die Umnutzung überflüssig gewordener Friedhofsflächen. Damit wird erneut der Fokus auf den ökologischen Wert von Friedhöfen für die urbane Natur und auf die verschiedenen Ökosystemleistungen, die sie bereitstellen, gelenkt (Hornbogen 2016; Kowarik et al. 2016a; Säumel et al. 2023). Mit der steigenden Aufmerksamkeit, die Friedhofsflächen im Spannungsfeld unterschiedlichster urbaner Belange erhalten, wird aus Naturschutzbehörden, Friedhofsverwaltungen oder Naturschutzverbänden zunehmend die Forderung laut, auf Friedhofsflächen Biodiversität zu fördern (vgl. z. B. König et al. 2021; Keil et al. 2022; BfN 2024).

Ein aktuelles Forschungsprojekt im Westen der Metropole Ruhr, in dessen Rahmen 153 Friedhofsflächen untersucht wurden, knüpft an die vorangegangenen Untersuchungen an und verdichtet die vorhandenen Erkenntnisse durch aktuelle und systematisch erhobene Daten. Neben Fragen zur ökologischen Wertigkeit von Friedhöfen hinsichtlich ihrer Vielfalt an Gefäßpflanzenarten und des Vorkommens von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) soll mithilfe der Daten auch die konkrete Frage beantwortet werden, wie sich verschiedene gestalterische und nutzungsspezifische Parameter auf diese Variablen auswirken. Die Auswertung der Daten unterstützt zahlreiche Ansatzpunkte zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität auf Friedhöfen.

Im Folgenden werden das Forschungsprojekt und seine wesentlichen Ergebnisse vorgestellt. Nachdem in Abschnitt 2 die Methodik dargelegt wird, werden im Ergebnisteil (Abschnitt 3) relevante Parameter der Friedhofsflächen (Friedhofstyp, Friedhofsalter, der Anteil von Parzellen mit Gräbern pro Friedhofsfläche sowie der Anteil von Parzellen mit deckendem Gehölzbestand pro Friedhofsfläche) dem Anteil von Rote-Liste-Arten gegenübergestellt. Die unterschiedliche Signifikanz dieser Parameter und die sich daraus ergebenden Rückschlüsse für die Friedhofsflächengestaltung und -pflege – auch in Bezug auf vergleichbare Literatur – werden in Abschnitt 4 diskutiert. In Abschnitt 5 werden Schlussfolgerungen abgeleitet.

2 Methoden

Auf den 153 Friedhofsflächen (Abb. 1) wurden durch mehrere Begehungen zu verschiedenen Jahreszeiten im Untersuchungszeitraum 2020 – 2023 Gesamtartenlisten der Flora der Gefäßpflanzen erstellt (Buch 2025). Neben einheimischen Pflanzenarten, Archäophyten und etablierten Neophyten wurden auch spontane Vorkommen von Zier- und Nutzpflanzen erfasst, sofern sie lokal unabhängig von ihrer ehemaligen Kultur auftraten. Der im Text für eine flüssige Lesbarkeit verwendete Begriff „Pflanzenarten“ bezieht sich auf Gefäßpflanzensippen mit unterschiedlichem taxonomischem Rang (Unterarten, Varietäten, Sammelarten, Hybriden etc.). Die Nomenklatur folgt weitestgehend Hand et al. (2024).

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Abb. 1: Lage der untersuchten 153 Friedhöfe im Westen der Metropole Ruhr.
Fig. 1: Location of the 153 cemeteries studied in the western part of the Ruhr Metropolitan Region.

Zu den Friedhofsflächen wurden verschiedene Parameter recherchiert, bei den Verwaltungen erfragt oder vor Ort erhoben (Tab. 1). Die Auswertungen der Roten Listen erfolgten getrennt für Deutschland (Metzing et al. 2018) und für Nordrhein-Westfalen (NRW; Verbücheln et al. 2021). Bei der Auswertung der Roten Liste NRW wurden alle Arten, die für ganz NRW und/oder in mindestens einer der Großlandschaften Niederrheinisches Tiefland, Westfälische Bucht und Süderbergland und/oder für den Ballungsraum Ruhrgebiet in einer Gefährdungskategorie geführt werden, in einer Tabelle zusammengefasst. Dabei wurden die Kategorien 0 = ausgestorben oder verschollen, 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, G = Gefährdung unbekannten Ausmaßes, R = extrem selten und V = Vorwarnliste in die Berechnung einbezogen. Auf diese Zusammenstellung nach der Roten Liste NRW bezieht sich die im folgenden Text und in den Abbildungen verwendete Bezeichnung „Rote-Liste-Arten“. Durch dieses Vorgehen kann es vorkommen, dass Rote-Liste-Arten, die auf einer regionalen Roten Liste von NRW stehen, auch dann gezählt werden, wenn Friedhöfe mit Vorkommen dieser Arten nicht im Geltungsbereich der betreffenden regionalen Roten Liste NRW liegen. Trotzdem wurde diese Methodik gewählt, um nicht in einem aufwändigen Verfahren unterschiedliche regionale Listen statistisch miteinander vergleichen zu müssen.

Tab. 1: Überblick über die aufgenommenen Standortparameter im Rahmen der Untersuchung von Gefäßpflanzenarten auf 153 Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr.
Table 1: Overview of the site parameters recorded as part of the study of vascular plant species at 153 cemeteries in the west of the Ruhr Metropolitan Region.
Eckdaten der Studie
Anzahl untersuchter Friedhöfe
153
Städte
Bottrop, Duisburg, Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, wenige außerhalb des westlichen Ruhrgebiets (Dinslaken, Krefeld, Moers, Wesel)
Parameter
Erläuterung
Friedhofstypen
Städtisch (64), katholisch (44), evangelisch (21), ökumenisch (3), jüdisch (8), inaktiv/historisch (11), Tierfriedhof (2)
Alter
25 – 250 Jahre, > 250 Jahre zusammengefasst als „vor der Industrialisierung des Ruhrgebiets“
Flächengröße
0,018 – 70,722 ha
Grabanteil (friedhofspezifische Nutzungsintensität)
Prozentualer Anteil an Parzellen mit Gräbern pro Friedhofsfläche
Grundlage: Biotoptypenkartierung mit Differenzierung von Friedhofsparzellen mit oder ohne Gräber
Gehölzanteil (Beschattung)
Prozentualer Anteil an Parzellen mit deckendem Gehölzbestand pro Friedhofsfläche
Grundlage: Biotoptypenkartierung mit Differenzierung von Parzellen mit deckendem Gehölzbestand und solchen ohne Gehölze bzw. maximal Solitärbäumen ohne Kronenschluss

Die Gruppierung nach der Einwanderungszeit orientiert sich ebenfalls hauptsächlich an Verbücheln et al. (2021), wobei nur zwischen Neophyten und einheimischen Arten (einschließlich Archäophyten) unterschieden wurde. Die Biotoptypen wurden zunächst anhand von Luftbildern der Friedhöfe differenziert, später auf Grundlage von Begehungen im Gelände angepasst und bei Bedarf weiter spezifiziert. Die Klassifizierung erfolgte dabei in folgende für die Fragestellung relevante Biotoptypen: Gehölz (Wald, Gehölzgruppen, Gebüsch; Abb. 2), Rasen, Wiese, offener (vegetationsarmer) Boden, verdichteter oder versiegelter Boden (z. B. Plätze und Wege), Gewässer, Gräber und „Sonstiges“ (v. a. Gebäude), wobei Kategorien auch miteinander kombiniert wurden (z. B. Rasen mit Gräbern; Abb. 34).

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Abb. 2: Friedhof in Essen-Byfang mit altem Baumbestand und waldähnlichen Strukturen.
(Foto: Corinne Buch, 18.5.2021)
Fig. 2: Cemetery in Essen-Byfang with old tree stock and forest-like structures.
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Abb. 3: Friedhof in Essen-Burgaltendorf mit hohem Offenlandanteil.
(Foto: Corinne Buch, 21.5.2021)
Fig. 3: Cemetery in Essen-Burgaltendorf with a high proportion of open land.
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Abb. 4: Artenreicher Magerrasen mit Rasengräbern auf dem Friedhof in Oberhausen-Sterkrade.
(Foto: Corinne Buch, 29.3.2021)
Fig. 4: Species-rich lean lawn with graves at the cemetery in Oberhausen-Sterkrade.

Die Auswertung der Ergebnisse der Biotoptypenkartierung sowie die Darstellung der Lage der Friedhöfe (Abb. 1) erfolgte in QGIS (Version 3.28; QGIS Development Team 2024). Die statistische Auswertung und die Erstellung der Diagramme wurde mit dem Statistikprogramm R (R Version 3.3.0+, RStudio Version 2023.09.1+494; R Core Team 2024) durchgeführt. Zur Testung der linearen Zusammenhänge wurden Modelle mit der Funktion „lm“ erstellt. Das Signifikanzniveau wurde aus der Modell-Zusammenfassung ausgelesen. Die Variabilität innerhalb und zwischen verschiedenen Friedhofstypen und Parametergruppen wurde durch Boxplots visualisiert, deren Unterschiede wurden mittels ANOVA (Funktion „aov“) und Post-hoc-Tests (Funktion „TukeyHSD“) auf Signifikanz geprüft. Es wurden dabei die gängigen Signifikanzniveaus p < 0,001 (***), p < 0,01 (**), p < 0,05 (*) und n. s. (p ≥ 0,05, nicht signifikant) verwendet.

Als unterschiedliche Friedhofstypen wurden städtische, katholische, evangelische und ökumenische Friedhöfe differenziert sowie jüdische und inaktive Friedhöfe. Letztere fungieren als historische Gedenkstätten ohne aktuelle Bestattungen.

3 Ergebnisse

Insgesamt wurden auf den 153 untersuchten Friedhöfen 964 unterschiedliche wildwachsende Arten der Gefäßpflanzen kartiert (Tab. 2, 3). Die durchschnittliche Anzahl liegt bei 206 Arten pro Friedhof und schwankt in einer Spannbreite von 50 bis 394 Arten. Unter den Pflanzenarten befinden sich 102 Rote-Liste-Arten (siehe Abschnitt 2; Verbücheln et al. 2021). Der Anteil der auf einer der Roten Listen in NRW aufgeführten Arten an der Gesamtartenzahl pro Friedhof bewegt sich zwischen 0 % und 11 %. Auf der bundesweiten Roten Liste (Metzing et al. 2018) sind nach Bereinigung aller im Gebiet ausschließlich neophytisch auftretenden Pflanzen 30 der vorgefundenen Arten verzeichnet (Tab. 3), mit einer Spannbreite von 0 % bis 3 % an der jeweiligen Friedhofsflora.

Tab. 2: Gesamtzahl der Gefäßpflanzenarten und der Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr (sd = Standardabweichung, mw = arithmetischer Mittelwert).
Table 2: Total number of vascular plant species and Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region (sd = standard deviation, mw = mean).
Gesamtanzahl im Datensatz Spannbreite: absolute Zahl pro Friedhof Spannbreite: Prozentsatz vom Inventar aller Gefäßpflanzenarten des jeweiligen Friedhofs
Gefäßpflanzenarten
964
50 − 394 (sd = 61,34, mw = 206,40)
Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalen (Verbücheln et. al. 2021)
102
0 − 27 (sd = 4,77, mw = 7,61)
0 − 11 % (sd = 1,79, mw = 3,49)
Arten der bundesweiten Roten Liste (Metzing et al. 2018)
30
0 − 7 (sd = 1,50, mw = 1,59)
0 − 3 % (sd = 0,63, mw = 0,71)
Tab. 3: Gefäßpflanzenarten mit Vorkommen auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr und Nennung in der bundesweiten Roten Liste in den Kategorien 1, 3, R oder V („Rote Liste D“, Metzing et al. 2018). Angaben zur Stetigkeit der Arten innerhalb der 153 Friedhöfe, geschätzten Populationsgröße und Standortbindung.
Table 3: Vascular plant species occurring at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region and listed in the German national Red List in the categories 1, 3, R or V (“Rote Liste D”, Metzing et al. 2018). Information on the frequency of the species across the 153 cemeteries studied, estimated population size, and site affiliation.
Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Rote Liste D* Stetigkeit** Geschätzte Populationsgröße Standortbindung
Agrostis canina
Hunds-Straußgras
V
3
Lokal rasenbildend
Feuchter Rasen und Feuchtwiese
Aira caryophyllea
Nelken-Haferschmiele
V
8
Lokal zahlreich
Magerrasen und Gräber
Aira praecox
Frühe Haferschmiele
V
6
Lokal zahlreich
Magerrasen und Gräber
Aphanes australis1
Südlicher Ackerfrauenmantel
V
2
Lokal
Geschotterte Wege, Magerrasen
Asplenium adiantum-nigrum
Schwarzstieliger Streifenfarn
3
1
Mehrere Exemplare
Mauer
Ballota nigra subsp. meridionalis
Stinkende Schwarznessel
V
4
Einzelpflanzen
Gehölzsaum
Bromus arvensis
Acker-Trespe
V
1
Einzelpflanze
Störstelle zwischen Gräbern
Caltha palustris
Sumpf-Dotterblume
V
1
Lokaler Bestand mit zahlreichen Pflanzen
Feuchtwiese und Bachaue
Carex caryophyllea
Frühlings-Segge
V
2
Lokal rasenbildend
Magerrasen
Centaurea cyanus2
Korn-Flockenblume
V
4
Einzelpflanzen
Lückiger Magerrasen
Dactylorhiza majalis agg.3
Artengruppe Breitblättrige Fingerwurz
V
1
Einzelpflanze
Magerrasen
Danthonia decumbens
Dreizahn
V
2
Lokaler Bestand
Magerrasen
Filago germanica
Deutsches Filzkraut
3
1
Einzelpflanze
Lückiger Magerrasen
Gagea villosa
Acker-Goldstern
V
2
Lokaler Bestand
Magerrasen
Galium parisiense
Pariser Labkraut
1
3
Lokaler Bestand
Pflasterfugen, Magerrasen
Isolepis setacea
Borstige Schuppensimse
V
2
Lokaler Bestand
Feuchter Rasen, Pflasterfugen, Grab
Kickxia elatine
Spießblättriges Tännelkraut
3
21
Einzeln bis zahlreich
Geschotterte Wege, Gräber
Lotus tenuis
Schmalblatt-Hornklee
V
4
Lokaler Bestand
Magerrasen
Montia arvensis
Acker-Quellkraut
3
5
Einzeln bis zahlreich
Magerrasen, Grab
Myosotis discolor
Buntes Vergissmeinnicht
V
23
Einzeln bis zahlreich
Magerrasen, geschotterte Wege, Gräber
Potentilla supina
Niederliegendes Fingerkraut
V
1
Lokaler Bestand
Lückiger Magerrasen
Potentilla verna2
Frühlings-Fingerkraut
V
62
Einzeln bis zahlreich, teils größere Bestände bildend
Magerrasen
Primula veris2
Wiesen-Primel
V
4
Einzelpflanzen
Magerrasen
Rumex palustris
Sumpf-Ampfer
V
1
Einzelpflanzen
Zwischen beschatteten Gräbern
Salvia pratensis2
Wiesen-Salbei
V
3
Einzelpflanzen
Extensiv gepflegter Magerrasen
Saxifraga granulata
Körnchen-Steinbrech
V
1
Lokaler Bestand
Magerrasen zwischen beschatteten Gräbern
Sherardia arvensis
Ackerröte
V
70
Zahlreich, bestandsbildend
Magerrasen
Stachys arvensis
Acker-Ziest
3
3
Einzelpflanzen
Lückiger Magerrasen, auch Pflasterfugen
Trifolium micranthum
Armblütiger Klee
R
3
Lokale Bestände mit zahlreichen Pflanzen
Magerrasen
Vulpia bromoides
Trespen-Federschwingel
V
1
Wenige Pflanzen
Zwischen Gräbern
* Rote-Liste-Kategorien: 1 = vom Aussterben bedroht, 3 = gefährdet, R = extrem selten, V = Vorwarnliste
** Anzahl der Friedhöfe, auf denen die angegebene Art nachgewiesen wurde.
1 Aphanes arvensis wurde auf 96 Friedhöfen nachgewiesen, die Sippe A. australis wurde auf 2 Friedhöfen bestimmt, ist aber möglicherweise häufiger.
2 Status teilweise unklar, spontane Vorkommen auch aus Ansaaten oder Anpflanzungen möglich. Offensichtliche Anpflanzungen und deren Nachkommen wurden nicht aufgenommen.
3 Wahrscheinlich Dactylorhiza majalis-Hybride

Die Artenzahlen stehen in einem signifikanten einfach logarithmischen Zusammenhang zur Flächengröße. Dies gilt bei der typspezifischen Betrachtung auch für die städtischen und konfessionellen Friedhöfe, nicht aber für die jüdischen und inaktiven (Abb. 5). Die Auswertungsergebnisse zeigen, dass städtische Friedhöfe signifikant größer und entsprechend artenreicher sind als konfessionelle, jüdische oder inaktive Friedhöfe. Auch besitzen städtische Friedhöfe eine deutlich erhöhte Anzahl an unterschiedlichen Biotoptypen (Tab. A im Online-Zusatzmaterial unter https://www.natur-und-landschaft.de/extras/zusatzmaterial/). Viele sind parkartig gestaltet und weisen in einigen Fällen sogar Still- oder Fließgewässer auf (vgl. Reidl 2014). Zudem sind auf städtischen Friedhöfen in vielen Fällen gesonderte Parzellen für muslimische, griechisch-orthodoxe oder jüdische Bestattungen ausgewiesen und es sind vielfach Kriegsgräberfelder oder historische Gedenkstätten eingerichtet.

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Abb. 5: Arten-Areal-Beziehung zwischen der Anzahl der Gefäßpflanzenarten und der Friedhofsfläche auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr, aufgeteilt nach Friedhofstypen (p < 0,0001 für die Gesamtheit aller Friedhöfe).
Fig. 5: Species-area relationship between the number of vascular plant species at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region, by cemetery type (p < 0.0001 for the total of all cemeteries).

Da jüdische und inaktive Friedhöfe älter sind als städtische und konfessionelle (Tab. A im Online-Zusatzmaterial), entsteht ein scheinbar negativer Zusammenhang zwischen dem Alter und der absoluten Artenzahl (p < 0,0001, ***), der jedoch auf den Unterschieden in der Flächengröße und der Biotoptypenvielfalt mit verschiedenen ökologischen Nischen beruht. Jüdische Friedhöfe zeichnen sich kulturell bedingt überwiegend durch einen Verzicht auf Grab- oder Zierbepflanzung aus. Inaktive Friedhöfe sind in der Regel als öffentliche Parkanlagen gestaltet, in denen sich vereinzelt historische Grabanlagen oder Gedenksteine befinden, was sich in deutlich geringeren Grabanteilen im Vergleich zu aktiven Friedhöfen ausdrückt (Tab. A im Online-Zusatzmaterial). Auf inaktiven Friedhöfen herrscht, wie auch auf den jüdischen Friedhöfen, nur eine geringe Aktivität hinsichtlich Bodenbewegungen und -umlagerungen (vgl. auch Reidl 2014). Die Gehölzbedeckung zeigt signifikante Unterschiede insbesondere zwischen den Gruppen der parkartigen städtischen, inaktiven und auch jüdischen Friedhöfe gegenüber den konfessionellen mit intensiverer und dichterer Begräbnisnutzung (Tab. A im Online-Zusatzmaterial).

Da die absolute Artenzahl offenbar stark von typspezifischen Faktoren abhängt und z. B. aufgrund spontan auftretender Zierpflanzen nur bedingt für Aussagen zur ökologischen Wertigkeit geeignet ist, wurden nachfolgend ausschließlich Rote-Liste-Arten (siehe Abschnitt 2) betrachtet. Aufgrund der signifikanten Beziehung der absoluten Zahl der Rote-Liste-Arten zur Gesamtartenzahl der Friedhöfe (p < 0,0001, ***) wurden die Anteile der Rote-Liste-Arten am jeweiligen Gesamtartenspektrum berechnet und für die weiteren Auswertungen verwendet.

Hierbei zeigen die inaktiven Friedhöfe etwas niedrigere, jedoch nicht signifikant niedrigere Anteile von Rote-Liste-Arten im Vergleich zu städtischen und konfessionellen Friedhöfen (Abb. 6). Die jüdischen Friedhöfe weisen unter allen Friedhofstypen für diesen Anteil den niedrigsten Median und zugleich die größte Streuung auf. Auch sind die Unterschiede über alle Gruppen nur schwach signifikant (Abb. 6, Tab. B im Online-Zusatzmaterial). Die Aufteilung nach Altersklassen hingegen zeigt einen teils signifikant höheren Anteil an Rote-Liste-Arten bei sehr alten Friedhöfen, die bereits zur Zeit vor der Industrialisierung des Ruhrgebiets (vor 1800) errichtet wurden, während die jüngeren Friedhöfe (ab 1800) in dieser Hinsicht keine signifikanten Unterschiede untereinander zeigen (Abb. 7, Tab. B im Online-Zusatzmaterial). Der Anteil von Parzellen mit Gräbern pro gesamter Friedhofsfläche (friedhofspezifische Nutzungsintensität) zeigt einen signifikanten Unterschied beim Anteil an Rote-Liste-Arten für die Gruppe der Friedhöfe mit sehr geringer Nutzungsintensität (weniger als 20 % Anteil an Parzellen mit Gräbern; Abb. 8, Tab. B im Online-Zusatzmaterial). Solche Friedhöfe weisen deutlich weniger Rote-Liste-Arten in ihrer Flora auf als Friedhöfe mit mehr als 20 % aktiver Bestattungsfläche. Die Gehölzbedeckung − als Maß für die Beschattung eines Friedhofs – zeigt keinen signifikanten Zusammenhang mit dem Anteil von Rote-Liste-Arten, wobei die Werte für Friedhöfe mit einem sehr geringen oder sehr hohen Anteil an Parzellen mit deckendem Gehölzbestand etwas niedriger sind (Abb. 9, Tab. B im Online-Zusatzmaterial).

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Abb. 6: Anteil von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr, aufgeteilt nach Friedhofstypen. Ökumenische und Tierfriedhöfe wurden nicht berechnet, da jeweils nur drei bzw. zwei Vorkommen im Datensatz auftreten (p = 0,0372 für die Gesamtheit aller Friedhöfe, keine signifikanten Unterschiede im paarweisen Vergleich der Friedhofstypen, siehe Tab. B im Online-Zusatzmaterial).
Fig. 6: Proportion of Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region, by cemetery type. Ecumenical and pet cemeteries were not calculated, as there are only three and two occurrences in the dataset, respectively (p = 0.0372 for the total of all cemeteries, no significant differences in the pairwise comparison of cemetery types, see Table B in the online supplementary material).
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Abb. 7: Anteil von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr, aufgeteilt nach Altersklassen der Friedhöfe (p = 0,0083 für die Gesamtheit aller Friedhöfe, beschriftet sind ausgewählte Paare mit hoher Signifikanz, Angaben für alle getesteten Paare finden sich in Tab. B im Online-Zusatzmaterial).
Fig. 7: Proportion of Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region, by age class of the cemeteries (p = 0.0083 for the total of all cemeteries, selected pairs with high significance are labeled, details for all pairs tested can be found in Table B in the online supplementary material).
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Abb. 8: Anteil von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr, aufgeteilt nach Anteilen von Parzellen mit Gräbern pro Friedhofsfläche (sehr gering: < 20 %, gering: 20 bis < 40 %, mittel: 40 bis < 60 %, hoch: 60 bis < 80 %, sehr hoch: ≥ 80 %, p < 0,0001 für die Gesamtheit aller Friedhöfe, beschriftet sind ausgewählte Paare mit hoher Signifikanz, Angaben für alle getesteten Paare finden sich in Tab. B im Online-Zusatzmaterial).
Fig. 8: Proportion of Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region, by proportion of plots with graves per cemetery area (very low: < 20 %, low: 20 to < 40 %, medium: 40 to < 60 %, high: 60 to < 80 %, very high: ≥ 80 %, p < 0.0001 for the total of all cemeteries, selected pairs with high significance are labeled, details for all pairs tested can be found in Table B in the online supplementary material).
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Abb. 9: Anteil von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr, aufgeteilt nach Anteilen von Parzellen mit deckendem Gehölzbestand pro Friedhofsfläche (sehr gering: < 20 %, gering: 20 bis < 40 %, mittel: 40 bis < 60 %, hoch: 60 bis < 80 %, sehr hoch: ≥ 80 %, p = 0,2407 für die Gesamtheit aller Friedhöfe, keine signifikanten Unterschiede im paarweisen Vergleich der Gehölzdeckungen, siehe Tab. B im Online-Zusatzmaterial).
Fig. 9: Proportion of Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region, by proportion of plots with dense tree cover per cemetery area (very low: < 20 %, low: 20 to < 40 %, medium: 40 to < 60 %, high: 60 to < 80 %, very high: ≥ 80 %, p = 0.2407 for the total of all cemeteries, no significant differences in the pairwise comparison of cemeteries with varying proportion of dense tree cover, see Table B in the online supplementary material).

Bei Betrachtung aller Friedhöfe sowie bei gesonderter Betrachtung jeweils der städtischen und der inaktiven Friedhöfe zeigt sich eine signifikant positive statistische Korrelation zwischen der Anzahl der Neophyten und der Anzahl der Rote-Liste-Arten (p < 0,0001). Nur bei den evangelischen Friedhöfen wird ein leicht negativer, jedoch nicht signifikanter Zusammenhang deutlich (Abb. 10).

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Abb. 10: Beziehung zwischen der absoluten Anzahl von Neophyten und der absoluten Anzahl von Rote-Liste-Arten (zur Definition siehe Abschnitt 2) auf den 153 untersuchten Friedhöfen im Westen der Metropole Ruhr (p < 0,0001 für die Gesamtheit aller Friedhöfe).
Fig. 10: Relationship between the total number of neophytes and the total number of Red List species (for definition see Section 2) at the 153 cemeteries studied in the west of the Ruhr Metropolitan Region (p < 0.0001 for the total of all cemeteries).

4 Diskussion

Die Ergebnisse belegen die bemerkenswerte Vielfalt der Gefäßpflanzen auf Friedhöfen im urbanen Kontext der Metropole Ruhr, analog zu den frühen Arbeiten von Graf (1986) und Reidl (1989). Auch bestätigen die Daten, dass Friedhöfe Relikt- oder Refugiallebensräume für zahlreiche seltene und gefährdete Arten sind (Tab. 2, Tab. 3). Die Gesamtanzahl von 964 Arten entspricht 77 % der von Verbücheln et al. (2021) für den Verdichtungsraum des Ruhrgebiets aufgeführten 1.258 Arten und 54 % der rund 1.800 Arten, die Keil et al. (2021) für das Kernruhrgebiet ermittelten. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass sich die Geltungsbereiche der Untersuchungen nicht exakt decken und dass für die Aufnahme unbeständiger oder nur lokal etablierter Arten in die Landesflora strengere Maßstäbe gelten als bei der vorliegenden Untersuchung. Die 102 Rote-Liste-Arten, die hier als Berechnungsgrundlage verwendet wurden (siehe Abschnitt 2), entsprechen 8 % der 1.310 Rote-Liste-Arten, die auf mindestens einer der im Untersuchungsgebiet gültigen regionalen Roten Listen (Niederrheinisches Tiefland, Westfälische Bucht, Süderbergland, Ballungsraum Ruhrgebiet) und/oder der landesweiten Roten Liste NRW stehen.

Wie in vielen ökologischen Untersuchungen ist die Flächengröße signifikant mit der Artenzahl korreliert (Abb. 5), was den Ergebnissen von Graf (1986) und Reidl (2014), hier beide Achsen in logarithmischer Darstellung) entspricht. Lediglich in der Einzelbetrachtung der beiden Friedhofstypen mit geringer Störungsintensität (jüdische und inaktive) ist dies nicht ersichtlich (Abb. 5). Möglicherweise ist bei diesen beiden Typen das Spektrum an Arten aufgrund der geringeren Biotopvielfalt bereits auf kleinen Flächen annähernd gesättigt, wobei allerdings die geringe Stichprobenmenge eine fundierte Aussage erschwert.

Die Trennung nach Altersgruppen der Friedhöfe ergibt einen signifikant höheren Anteil an Rote-Liste-Arten auf den bereits zu vorindustrieller Zeit errichteten Friedhöfen im Vergleich zu den später gegründeten Friedhöfen (Abb. 7, Tab. B im Online-Zusatzmaterial). Hier zeigt sich die Reliktfunktion von Friedhöfen, die auch Graf (1986) bereits für Berlin nachweisen konnte. In der heutigen Metropole Ruhr herrschte vor 1800 eine kleinbäuerliche Kulturlandschaft vor. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm der Einfluss der Montanindustrie auf die Region rasant zu und als Folge erhöhten sich die Bevölkerungszahl und die Siedlungsdichte massiv (Wehling 2009). Bei jüngeren Friedhöfen gibt es in den vorliegenden Daten keine signifikante Korrelation zwischen dem Friedhofsalter und dem Anteil an Rote-Liste-Arten. Später, im Zuge des industriellen Niedergangs der Region aufgrund mehrerer aufeinander folgender Wirtschaftskrisen nach der Mitte des 20. Jahrhunderts, unterlag das Ruhrgebiet einem erneuten Strukturwandel, der in die heutige Metropole Ruhr mündete und weiterhin anhält (Keil et al. 2021). Insbesondere alte Friedhöfe sind somit nicht nur Reliktstandorte für zahlreiche seltene und gefährdete Pflanzenarten, sondern auch Überbleibsel einer historischen Kulturlandschaft.

Weiterhin wird ersichtlich, dass sich eine geringe Grabbelegung von unter 20 % belegter Friedhofsparzellen signifikant negativ auf den Anteil an Rote-Liste-Arten auswirkt (Abb. 8, Tab. B im Online-Zusatzmaterial). Diese Erkenntnisse geben einen Hinweis auf die Auswirkungen großflächiger Stilllegungen von Friedhofsflächen. Hingegen zeigt eine hohe Nutzungsintensität gegenüber einer mittleren in dieser Hinsicht offenbar keine Nachteile. Unterschiedliche Gehölzanteile und die damit einhergehenden Veränderungen der Beschattung haben keinen signifikanten Einfluss auf das Vorkommen von Rote-Liste-Arten. Eine Auswertung der Strandortbindung der Arten der Roten Liste Deutschlands (Metzing et al. 2018) zeigt, dass viele dieser Arten v. a. an Offenlandstandorte gebunden sind (Tab. 3).

Der höchst signifikante Zusammenhang zwischen der absoluten Anzahl an Neophyten und der absoluten Anzahl an Rote-Liste-Arten zeigt die Koexistenz beider Gruppen. Ein Nebeneinander von Alt und Neu kann somit als ein Merkmal der friedhofsspezifischen Flora gelten (Buch 2023). Die Gruppe der Neophyten trägt teils erheblich zum Artenreichtum der Friedhöfe bei, ohne die Vorkommen gefährdeter Arten negativ zu beeinflussen (Abb. 10). In der Einzelbetrachtung bilden die konfessionellen und jüdischen Friedhöfe eine Ausnahme, bei denen kein solcher statistischer Zusammenhang nachweisbar ist. Evangelische, katholische und jüdische Friedhöfe sind Typen, die jeweils einen hohen Grabanteil zeigen (Tab. A im Online-Zusatzmaterial). Die Interpretation muss jedoch unterschiedlich ausfallen: Bei konfessionellen Friedhöfen bewirkt die intensive Nutzung auf einem Großteil der gesamten Friedhofsfläche, dass einerseits eine hohe Anzahl spontan auftretender Zierpflanzen die Anzahl neophytischer Arten − unabhängig von Vorkommen der Rote-Liste-Arten − in die Höhe treibt und andererseits Störungen das Aufkommen kurzlebiger Pflanzen fördern, zu denen, insbesondere im urbanen Raum, viele neophytische Arten zählen. Bei jüdischen Friedhöfen hingegen spielen Neophyten ohnehin nur eine sehr untergeordnete Rolle, zudem sei auch in diesem Kontext auf die geringe Stichprobenmenge verwiesen.

Als nennenswerte invasive Neophyten (Kowarik 2010) sind lediglich die Staudenknöterich-Sippen (Fallopia japonica, F. sachalinensis, F. bohemica) und die Armenische Brombeere (Rubus armeniacus) aus pflegerischen Gesichtspunkten relevant. Ein Beispiel für eine häufige Rote-Liste-Art auf den untersuchten Friedhöfen ist das Spießblättrige Tännelkraut (Kickxia elatine, bundesweite Rote Liste: gefährdet, Rote Liste NRW: gefährdet; Abb. 11), ursprünglich eine Art der Ackerbegleitflora.

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Abb. 11: Spießblättriges Tännelkraut (Kickxia elatine) auf dem Friedhof St. Hubertus in Duisburg.
(Foto: Corinne Buch, 20.8.2021)
Fig. 11: Sharpleaf cancerwort (Kickxia elatine) at St. Hubertus cemetery in Duisburg.

5 Schlussfolgerungen

Durch einen Wandel in der Bestattungskultur – von traditionellen Erdbestattungen hin zu Urnenbestattungen, teils in Kolumbarien (oberirdische Bauwerke, die der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dienen) – verändern sich die Friedhöfe aktuell rasant (Hornbogen 2016). Aus den vorliegenden Daten lassen sich konkrete Rückschlüsse für ein ökologisches und zukunftsfähiges Friedhofsmanagement ziehen. Zwei wesentliche Ansatzpunkte sind dabei:

    die Erhaltung von Offenlandbiotopen, insbesondere Magerrasen und

    die Aufrechterhaltung der friedhofsspezifischen Aktivitäten.

Hinsichtlich der Offenlandbiotope gilt es, v. a. größere Neuanpflanzungen von Gehölzen bzw. Aufforstungen kritisch zu überdenken, insbesondere dann, wenn ein Friedhof bereits einen umfänglichen Gehölzbestand besitzt. Aufforstungen werden auf freiwerdenden Friedhofsflächen im Untersuchungsgebiet bspw. als Forstkompensation vorgeschlagen, zumal Gehölzflächen einen verhältnismäßig geringen Pflegeaufwand mit sich bringen. Zielführend ist die Schaffung eines Mosaiks aus verschiedenen Biotoptypen mit offenen Saumstrukturen und hinreichend großflächigen, besonnten und mageren Offenstandorten. Die Erhaltung und Förderung blütenreicher Magerrasen sind für eine hohe Artenvielfalt auf Friedhöfen unerlässlich. Solche Magerrasen tragen nicht nur wesentlich zur Artenvielfalt bei, sondern schonen Ressourcen und sind resilient gegenüber Trockenphasen (Smith et al. 2015). Zudem dienen sie dem Insektenschutz (Smith et al. 2015), indem sie nicht nur Futterpflanzen bereitstellen, sondern indem Wildbienen im lückigen Boden auch Nistaggregate errichten können (Abb. 12).

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Abb. 12: Offener Boden dient vielen Wildbienenarten zum Nisten.
(Foto: Corinne Buch, 1.4.2021)
Fig. 12: Open ground serves as nesting habitat for many wild bee species.

Während die Erhaltung mageren Offenlands relativ einfach umgesetzt werden kann, ist die Bewahrung der Begräbnisaktivitäten, insbesondere von Erdbestattungen, ein schwierigeres Unterfangen. Dennoch gibt es auch hier Lösungsansätze, die die Wünsche der Menschen nach Kostenersparnis bei Bestattungen und Pflegeeffizienz von Gräbern berücksichtigen. Gemildert werden können die negativen Effekte des Bestattungskulturwandels, indem inaktive Parzellen zumindest in Form von Grünflächen als Bestandteil in aktive Friedhöfe integriert bleiben. Auch könnten durch ein rotierendes Nutzungssystem alte Flächen nach längerer Zeit wieder als Begräbnisflächen genutzt werden, um bspw. die teils sehr langlebige Samenbank seltener Ackerbegleitarten (Albrecht 1988; Wäldchen et al. 2005) wieder zu reaktivieren. Zudem profitieren temporär inaktive Parzellen auf diese Weise vom Schutz, der durch die Besucherlenkung und die Pietät auf Friedhöfen gewährleistet wird. In jedem Fall sollten − auch ohne aktive Begräbnisnutzung − artenreiche Magerrasen zwingend auf hinreichend großen Flächen erhalten werden.

Neben den üblichen Rasen-, Grab- und Gehölzflächen erhöhen weitere Biotoptypen wie zweischürige Mähwiesen, Hochstaudenfluren, Still- oder Fließgewässer die Artenvielfalt auf Friedhöfen deutlich (Abb. 13). Die genannten Biotoptypen sind v. a. auf größeren, städtischen Friedhöfen vertreten. Jedoch kann auch auf kleineren Siedlungsfriedhöfen mit eingeschränkten Gestaltungsoptionen der Artenreichtum gefördert werden, indem Biotope für seltene und gefährdete Pflanzenarten geschaffen werden. Hier kann etwa durch die Einrichtung von Saumstrukturen, durch den Rückbau versiegelter Flächen, durch die Verlängerung von Pflegeintervallen, v. a. aber durch die Etablierung von Magerrasen viel für den Natur- und Artenschutz erreicht werden (Reidl, Schmidt 1989). Ebenfalls auch für kleine Friedhöfe bedeutsam ist die Erhaltung von Sonderstandorten wie alten Mauern, Grabsteinen, Brunnen oder Gruften (Reidl, Schmidt 1989).

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Abb. 13: Zweischürige Wiese auf dem Hellwegfriedhof in Essen.
(Foto: Corinne Buch, 30.5.2022)
Fig. 13: Two-cut meadow at Hellweg cemetery in Essen.

Friedhöfe gehören zu einer historischen, äußerst artenreichen Kulturlandschaft, die sich insbesondere in Ballungsräumen über Jahrhunderte erhalten konnte, während das Umfeld mehrfach komplett überprägt wurde. Friedhöfe sind ein einmaliges und unersetzliches Kulturgut. Die vorliegenden Erkenntnisse decken sich mit vorhergehenden Untersuchungen und sind somit auf andere Ballungsräume und Großstädte in Deutschland übertragbar, aber auch auf ländliche Regionen, in denen die Biodiversität zwar nicht unter Siedlungsdruck, häufig aber unter intensiven Agrarnutzungen leidet.

Die vorliegende Arbeit unterstreicht die Chancen, die Friedhöfe für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität in Siedlungsgebieten bieten. Wesentliche Ansätze sind dabei die Erhaltung reich strukturierter Friedhofsflächen mit Offenlandbiotopen und deren „biodiversitätsfreundliche“ Pflege.

6 Literatur

  Albrecht H. (1988): Untersuchungen zur Veränderung der Segetalflora an sieben bayerischen Ackerstandorten zwischen den Erhebungszeiträumen 1951/68 und 1986/88. Dissertationes Botanicae 141. Cramer. Berlin: 201 S.

  BfN/Bundesamt für Naturschutz (2024): BiodiversitätsCheck in Kirchengemeinden. Bundesprogramm Biologische Vielfalt. https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/biodiversitaetscheck-kirchengemeinden (aufgerufen am 21.8.2024).

  Buch C. (2023): Nachweise seltener Xenophyten auf Friedhöfen im westlichen Ruhrgebiet. Veröffentlichung des Bochumer Botanischen Vereins 15(5): 100 – 112.

  Buch C. (2025): Biodiversität auf Friedhöfen im westlichen Ruhrgebiet. Dissertation. Universität Duisburg-Essen. Duisburg-Essen: in Vorbereitung.

  Buch C., Keil P. (2020): Friedhöfe tragen zur urbanen Biodiversität bei. Ergebnisse einer floristischen Kartierung in Mülheim an der Ruhr. Natur in NRW 2/2020: 22 – 27.

  Buch C., Rautenberg T., Keil P. (2021): Der Hauptfriedhof − ein Hotspot der Artenvielfalt. In: Stadt Mühlheim an der Ruhr: Jahrbuch 2022. Mühlheim an der Ruhr: 172 – 186.

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  Graf A. (1986): Flora und Vegetation der Friedhöfe in Berlin (West). Verhandlungen des Berliner Botanischen Vereins 5: 211 S.

  Hand R., Thieme M. et al. (2024): Florenliste von Deutschland (Gefäßpflanzen). Version 14. https://florenliste-deutschland.de/florenliste/index.htm (aufgerufen am 3.9.2024)

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  Reidl K., Schmidt A. (1989): Naturschutz auf dem Friedhof – Bedeutung der Friedhöfe für die Tier- und Pflanzenwelt. Laufener Seminarbeiträge 1/94: 53 – 59.

  Säumel I., Butenschön S., Kreibig N. (2023): Gardens of life: Multifunctional and ecosystem services of urban cemeteries in Central Europe and beyond – Historical, structural, planning, nature and heritage conservation aspects. Frontiers in Environmental Science 10: e1077565. DOI: 10.3389/fenvs.2022.1077565

  Smith L.S., Broyles M.E. et al. (2015): Adding ecological value to the urban lawnscape. Insect abundance and diversity in grass-free lawns. Biodiversity and Conservation 24(1): 47 – 62. DOI: 10.1007/s10531-014-0788-1

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  Wehling H.-W. (2009): Entstehung und Wandel der industriellen Kulturlandschaft. In: Prossek A., Schneider H. (Hrsg.): Atlas der Metropole Ruhr. Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets im Kartenbild. Hermann-Josef Emons Verlag. Köln: 220 S.

7 Online-Zusatzmaterial

Zwei Tabellen zu den Unterschieden zwischen den verschiedenen Friedhofstypen sowie den Ergebnissen der Varianzanalysen (ANOVA) und Post-hoc-Tests sind als Online-Zusatzmaterial über den QR-Code oder unter https://www.natur-und-landschaft.de/extras/zusatzmaterial/ abrufbar.

Dank

Wir danken dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) für die finanzielle Förderung des Projekts. Die Datenerhebung fand durch die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e. V. im Rahmen eines Promotionsvorhabens der Erstautorin an der Universität Duisburg-Essen statt. Für die Unterstützung bei der Digitalisierung der Daten danken wir Alexander May, Vanessa Schmitt und Cornelia Wagner. Zudem danken wir den beiden anonymen Gutachter*innen und Herrn Dr. Ulrich Sukopp für wertvolle Hinweise, die zur deutlichen Verbesserung des Manuskriptes beigetragen haben.

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Corinne Buch

Korrespondierende Autorin

Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e. V.

Ripshorster Straße 306

46117 Oberhausen

E-Mail: corinne.buch@bswr.de

Studium der Biologie an der Ruhr-Universität Bochum mit Schwerpunkt Geobotanik; wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet mit Fachgebiet Flora und Vegetation; Forschungsbereiche sind u. a. Stadtökologie, Neophyten, Industriebrachen und Grünlandvegetation; Promotionsvorhaben an der Universität Duisburg-Essen über die Biodiversität von Friedhöfen im westlichen Ruhrgebiet; Vorsitzende und Gründungsmitglied des Bochumer Botanischen Vereins.

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Dr. Peter Keil

Biologische Station Westliches Ruhrgebiet e. V.

Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter

Ripshorster Straße 306

46117 Oberhausen

E-Mail: peter.keil@bswr.de

Prof. Dr. Daniel Hering

Fakultät für Biologie

Aquatische Ökologie

Universitätsstraße 5

45141 Essen

E-Mail: daniel.hering@uni-due.de

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